Everyday Leadership

2016-08-04 everyday-leadership v01

Man unterschätzt in der Regel den positiven Einfluss, den man auf andere Menschen ausüben kann oder bereits ausgeübt hat. Umgekehrt kann man sich teilweise sein Leben lang an einfache Handlungen anderer Menschen erinnern, die einen stark beeinflusst oder sogar sein eigens Leben maßgeblich verändert haben. Vor vielen Jahren habe ich dazu den TED Talk Everyday Leadership gesehen. Drew Dudley erzählt darin, auf exzellente Art und Weise, wie er vor vielen Jahren durch eine unscheinbare Handlung, bahnbrechenden Einfluss auf das Leben einer Studentin hatte, ohne sich dem bewusst gewesen zu sein. Nur weil das Mädchen Jahre später auf ihn zukam und ihm davon berichtet, konnte er die Geschichte zu einem hervorragenden TED Talk verarbeiten.

Mit welch einfachen Handlungen oder Aussagen es möglich ist, solch positiven Einfluss im Leben eines anderen auszuüben, zeigen auch die Worte von Glenn Beck im Gespräch mit Tim Ferriss. Einer seiner Lehrer zitierte ihn zu einem Gespräch, stellte ein paar Fragen und sagte dann:

„You belong here. You’re OK to be here.“
That endorsement, as stupid as it seems, opened up my whole world.
Audio-Link mit Zeitstempel

Einem Menschen zu sagen, dass man ihn schätzt, dass man ihn versteht, dass man dankbar für etwas ist, ist unglaublich kraftvoll. Oft erscheinen uns Dinge selbstverständlich, doch kann es für jemand anderen die Welt bedeuten, es als Kompliment oder Ausdruck von Dankbarkeit zu hören. Ich kann mich noch gut an den Moment erinnern, als mir ein Professor in einer Vorlesung sagte: „Aus Ihnen wird mal etwas!“. Dieses unerwartete und übertriebene Lob erhielt ich, als ich mich nach einer längeren Zeit unangenehmer Stille freiwillig meldete eine Hausarbeit vorzutragen. So überzogen und unfundiert der Satz auch war, bei mir hat er einen Eindruck hinterlassen. Es lohnt sich, diese Kette fortzuführen.

Bildquelle: Evan Kirby via Unsplash

There’s No Speed Limit

2016-08-03 no-speed-limit v01

Derek Sivers beschreibt in seinem Podcast mit Tim Ferriss eine exzellenten Anekdote von seinem Musiklehrer Kimo Williams (hier auch als Artikel auf seinem Blog). Als dieser in Derek einen besonders motivierten Schüler sah, gab er ihm für eine Zeit lang Privatunterricht und legte dabei ein sehr hohes Tempo vor. Er war sehr fordernd und ging in kurzer Zeit viele essentielle Grundlagen der Musiktheorie mit ihm durch. Besonders interessant ist der Blickwinkel, der sich dabei auf die üblichen Lernmethoden ergeben hat.

Kimo’s high expectations set a new pace for me. He taught me “the standard pace is for chumps” – that the system is designed so anyone can keep up.

Bildungssysteme sind in der Regel so gestaltet, dass auch durchschnittliche Teilnehmer mithalten können. Besonders engagierte und motivierte Schüler, die für ein Thema besonders empfänglich sind, sind von dieser Geschwindigkeit logischerweise unterfordert.

If you’re more driven than “just anyone” – you can do so much more than anyone expects. And this applies to ALL of life – not just school.

Für fast alle Themengebiete existieren heutzutage Möglichkeiten des Selbststudiums. Von Büchern über Online-Lernangebote bis hin zu YouTube-Videos ist das Spektrum enorm groß. Auf Wunsch kann jeder die Geschwindigkeit seines Lernfortschritts massiv steigern. Es ist eine persönliche Entscheidung und keine feste Vorgabe des Systems. Gleiches gilt für Anforderungen auf der Arbeit, im Privatleben und der Gesellschaft. Was normal ist, bezieht sich in der Regel auf den Durchschnitt der jeweiligen Gruppe. Wer möchte und engagiert ist, kann die Geschwindigkeit steigern. Es gibt keine feste Geschwindigkeitsbegrenzung.

Bildquelle: Viktor Kiryanov via Unsplash

Everybody Has a Plan Until

2016-08-02 everybody-has-a-plan-until v01

Ein einfaches aber bemerkenswerte Zitat von Mike Tyson läuft mir regelmäßig über den Weg:

Everybody has a plan until they get punched in the face.
– Mike Tyson

Wir leben in einer historisch unvergleichbar erforschten und vorhersehbaren Welt, in der Prognosen und detaillierte Pläne in fast allen Lebensbereichen zur Normalität gehören. Dabei kann man leicht vergessen, dass viele Dinge noch immer außerhalb der eigenen Kontrolle liegen. Zu jedem Zeitpunkt besteht die Möglichkeit, dass unvorhergesehene Ereignisse mit enormer Wucht eintreffen. Die nüchternen Worte einer Urgewalt wie Mike Tyson symbolisieren diesen Umstand für mich perfekt. Das bedeutet nicht, dass man diesen Ereignissen hilflos ausgesetzt ist und nichts dagegen tun kann.

We don’t rise to the level of our expectations, we fall to the level of our training.
– Archilochus

Wie in einem Boxkampf können Training und die richtige Vorbereitung einen enormen Unterschied machen. Auch Planung kann einen Teil dazu beitragen. Sie stellt einen wichtigen Teil der Vorbereitung dar und kann in vielen Situationen auch tatsächlich zum Einsatz kommen. Doch manchmal werden sich Pläne als ungeeignet erweisen und es muss improvisiert werden. Dann zählt Erfahrung, Können und Flexibilität. Anthony Iannarino nennt diese Fähigkeit Situational Knowledge. Es ist die Erfahrung, in verschiedensten Umständen über konkretes Wissen zu verfügen und dieses einzusetzen. Wer sich nur auf seine Pläne verlassen muss, kann unter Umständen vor die Wand fahren.

Zen Habits

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Das Blog Zen Habits ist ein echter Klassiker im Bereich der persönlichen Weiterentwicklung. Über die Website kam ich das erste Mal in Kontakt mit Begriffen wie Achtsamkeit, Meditation, Minimalismus, unverschämt kleine Ziele, Gewohnheiten, Home Schooling und vielen anderen ungewöhnlichen Anregungen. Man bekommt einen guten Eindruck über Leo Babauta, den Autor des Blogs, in diesem Artikel. Ein Blick in das komplette Archiv lohnt sich.

Zwar folge ich der Seite inzwischen nicht mehr aktiv aber unregelmäßig schaue ich immer mal wieder dort vorbei und ziehe stets etwas Positives daraus. Zuletzt blieb der Artikel Leave No Trace bei mir hängen. Darin regt Leo dazu an, keine Spur im Haushalt zu hinterlassen, indem man Ordnung hält und Dinge nach der Nutzung wieder an ihren Platz stellt. Das ist an sich nichts Besonderes aber merkwürdiger Weise blieb diese Formulierung bei mir haften und ich bemerke seitdem einen positiven Effekt.

So ging es einst auch bei diesem Artikel über die Vermeidung von Ärger über andere Menschen, der mich deutlich beeinflusst hat, ruhig und gelassen beim Autofahren zu sein. Das Beispiel mit den Booten ist mir bis heute in Erinnerung geblieben und ich muss oft daran denken. Schließlich fand ich seinen Artikel zu Home Schooling sehr bemerkenswert. Zwar halte ich es nach wie vor für sehr herausfordernd, die Bildung seiner Kinder selbst in die Hand zu nehmen aber es lohnt sich, ein paar Argumente dazu zu hören. Sehr inspirierend!

Bildquelle: Buchcover Essential Zen Habits

Datenverbrauch verringern bei iPhone und Mac

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Dank Internet-Flatrates kommt es zum Glück immer seltener vor, dass man den Datenverbrauch seines Smartphones oder Laptops bewusst einschränken muss. Doch ist man mal in solch einer Situation, staunt man nicht schlecht wie selbstverständlich Geräte wie iPhones, iPads aber auch MacBooks hunderte Megabyte ungefragt über die Leitung laden und wertvolles Guthaben in Windeseile schwindet. Die ungünstige Konstellation ist derzeit, wenn man (z.B. im Ausland) mehrere Geräte über einen mobilen LTE-Router mit dem Internet verbindet und nur begrenzt Datenvolumen (z.B. über eine Prepaid-SIM-Karte) zur Verfügung steht. Da jedes Gerät dann über das WLAN online geht, werden keine Einschränkungen beim Datenvolumen vermutet und alle Routineaktualisierungen laufen ungehindert los.

Eine einfache Lösung, den Datenverbrauch seines iPhones zu zügeln, ist die Aktivierung des Stromsparmodus

Datenhungrige Dienste, wie die Synchronisation von Fotos und Videos (iCloud Fotomediathek), automatische Downloads von Updates und die Hintergrundaktualisierung von Apps werden durch die Aktivierung des Stromsparmodus verhindert. Man sollte beachten, dass der Stromsparmodus beim Aufladen automatisch bei 80% Ladezustand deaktiviert wird. Damit nach dem Laden über Nacht nicht plötzlich das Datenvolumen aufgebraucht ist, sollte man das WLAN deshalb während des Ladevorgangs deaktivieren.

Für den Mac kann man das kleine aber feine Tool TripMode verwenden, um nur ausgewählten Anwendungen den Zugriff auf das Internet zu gewähren. Das reduziert nicht nur den Datenverbrauch sondern kann die Geschwindigkeit des Seitenaufbaus angenehm erhöhen, wenn man über den persönlichen Hotspot seines iPhones (Teathering) online geht.

Bildquelle: Jonathan Velasquez via Unsplash

Gelassenheitsgebet

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So umstritten die Rolle von Religionen in unserer heutigen Zeit ist, so sehr sehe ich mit zunehmender Deutlichkeit, dass sich in ihnen im Laufe der Jahrhunderte viele Lebensweisheiten angesammelt haben. Allain de Button beschreibt das in seinem Buch Religion for Atheists anhand verschiedenster Weltreligionen und greift einige der Techniken in seiner School of Life auf. Eine gute Alltagsweisheit, die ich an anderer Stelle gehört habe, ist das Gelassenheitsgebet.

Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Ich denke oft an diese Zeilen, weil sie so gut beschreiben, dass beide Einstellungen zum Leben dazugehören. Akzeptanz bei Dingen, auf die man keinen Einfluss hat, was unter anderem einhergeht mit den den Kernthesen des Stoizismus und des Buddhismus. Doch auch dort heißt es nicht, dass man in Passivität verfallen soll und alles hinnehmen muss. Natürlich kann und soll man Dinge ändern und zwar dort, wo es möglich ist. Dazu gehört Mut und auch ein Stück Weisheit, genau diese beiden Fälle voneinander so gut wie möglich zu unterscheiden.

Bildquelle: Dean Moriarty via Pixabay

99U

2016-07-29 99u v01

99U vergleiche ich immer gerne mit TED, nur mit dem Schwerpunkt auf Kreativität und Design. Die Idee war ursprünglich kreativ arbeitenden Menschen ergänzende Fähigkeiten zu vermitteln, die ihnen helfen sollten ihre Kunstwerke zu vermarkten, Fokus zu finden und nicht zuletzt auch eine Work-Life-Balance zu entwickeln.

Ähnlich wie bei TED gibt es inzwischen eine populäre 99U Conference in New York, für die man sich bewerben muss um Tickets kaufen zu können. Auf der Website werden fortlaufend die Vorträge der Konferenz als Videos veröffentlicht. Neben den Videos gibt Artikel und inzwischen schon mehrere Bücher, die aus einer Zusammenstellung von kurzen Essayes bestehen. Das erste Buch Manage Your Day-To-Day hat mich sehr begeistert und war für mich der Einstieg in den Bereich persönliche Weiterentwiklung. Gerade habe ich entdeckt, dass es sogar ein Print-Magazin 99U Quarterly gibt.

99U ist hervorgegangen aus der Platform Behance, die von Scott Belsky gegründet wurde. Dort können Designer ein Protfolio veröffentlichen und zeigen, woran sie gerade arbeiten. Behance gehört inzwischen zu Adobe und Scott arbeitet dort als Vice President. Eine Zeit lang hatte ich den Newsletter abonniert aber es wurde dort sehr viel veröffentlicht, so dass ich inzwischen nur sporadisch immer mal wieder vorbeischaue. Die Bücher kann ich nach wie vor sehr empfehlen.

Experience Institute

2016-07-28 experience-institute v01

Das Experience Institute (Ei) ist eine innovative Bildungseinrichtung, die für mich stellvertretend für neue, kreative Lernangebote in unserer heutigen Informationsgesellschaft steht. Sie wurde von Victor Saad gegründet, der mit seinem Leap Year Project Aufmerksamkeit erregte. Das Experience Institute ist die Fortführung seiner Idee, praxisnah, kreativ und unabhängig von etablierten Bildungsinstituten Wissen zu vermitteln. Gelernt wird für den Beruf und das Leben gleichermaßen mit modernen Ansätzen, unter anderem Design Thinking, Storytelling und Community Building. Dazu gibt es hochwertige Kooperationspartner, wie IDEO und der d.school – Hasso Plattner Institute of Design der Stanford University und diversen „Host Companies“, die Teilnehmer als Praktikanten aufnehmen und Fallstudien anbieten.

Das Kernprogramm Leap Year Fellowships richtet sich an Studenten vor oder im Master-Studium oder Young Professionals mit dem Wunsch nach einem Karrierewechsel. Es gibt auch ein Leap Semester für College-Schüler, die sich für ihr Studium vorbilden möchten. Ich würde jedem jungen Menschen im entsprechenden Alter empfehlen, sich für solche oder ähnliche Programme zu interessieren. Sie bieten moderne Ansätze und erfrischende Denkweisen und sind in Ergänzung zu den vorhandenen Bildungssystemen eine echte Bereicherung.

Bildquelle: Experience Institute

Kindle Highlights exportieren

Einer der für mich relevantesten Vorteile davon Bücher auf einem Amazon Kindle zu lesen, ist das einfache Markieren von guten Textpassagen. Am Ende eines Buches lese ich mir die Highlights oft noch mal durch und erinnere mich erst dadurch erneut an viele gute und relevante Gedanken. Da die Amazon-Website für die Kindle-Highlights  nicht besonders gut gelungen ist, exportiere ich für jedes Buch die Markierungen in ein extra Textdatei. Dafür nutze ich das Bookmarklet Bookcision, was folgendermaßen funktioniert:

  1. Man speichert das Bookmarklet als Favorit in seinem Browser, indem man es auf die Lesezeichenleiste mit Drag-and-Drop zieht.
  2. Daraufhin logt sich auf der Kindle-Website ein und ruft das gewünschte Buch aus seiner Bibliothek auf.
  3. Nun drückt man auf das Bookmarklet in seinen Favoriten.
  4. Als Download wähle ich immer plain text.
  5. Auf dem Mac werden in Safari die Sonderzeichen nur dann richtig dargestellt, wenn ich Darstellung > Textkodierung > Unicode (UTF-8) im Safari-Menu wähle.
  6. Den Text kopiere ich mit Copy-Paste in mein Archiv (dafür nutze ich derzeit Evernote).

Auf diese Weise fällt es mir leicht, Erinnerungen an Bücher die ich vor einiger Zeit gelesen habe wieder aufzufrischen. Zusätzlich schätze ich die Möglichkeit, die Highlights in Evernote bequem durchsuchen zu können.

Akkus statt Einwegbatterien

Seit Jahren hatte ich mir vorgenommen, Zuhause alle Einwegbatterien durch Akkus zu ersetzen. Im letzten Jahr hat es endlich geklappt. Das hat den Vorteil, dass man ein Verbrauchsmittel weniger kaufen und entsorgen muss. Durch die Mehrfachnutzung, fällt die Umweltbilanz deutlich besser aus. Dabei hat man meines Erachtens kaum Nachteile. Akkubatterien halten ähnlich lange durch wie Einwegbatterien und das Tauschen und Aufladen klappt problemlos. Folgendes Vorgehen hat sich bei mir bewährt:

  1. Kauf einer ausreichenden Menge hochwertiger Akkubatterien, z.B. Sanyo Eneloop oder Amazon Basics1.
  2. Kauf eines Ladegeräts, dass man an einer geeigneten Stell im Haushalt griffbereit platziert. (Ich habe eins passend zu den Sanyo-Batterien gewählt).
  3. Eine kleine Kiste bereitstellen, in der man ausschließlich aufgeladene Akkus aufbewahrt.2

Mit dieser Ausstattung muss man sich nur noch angewöhnen, bei jedem Tausch von Batterien, die leeren Akkus sofort ins Ladegerät zu legen und nach Beendigung des Ladevorgangs in der vorgesehenen Kiste zu verstauen. Diese wenigen Handgriffe fallen nach einiger Zeit gar nicht mehr auf. Doch eine Umstellung fällt schwer: vor dem Entsorgen veralteter Technik, sollte man daran denken die guten Akkus aus dem Gerät zu nehmen.


  1. Die Amazon Basic Batterien haben fast identische Spezifikationen wie Eneloop, so dass sie als baugleich durchgehen könnten. 
  2. Zusätzlich nutze ich zur Aufbewahrung die kleinen Plastikhüllen, in die je vier Batterien als Set passen. Man erhält sie bei manchen Amazon-Händlern beim Kauf von Akkus kostenlos dazu.