Wenn ich auf einer einsamen Insel nur Verbindung zu einer einzigen Internetseite herstellen könnte 😉 dann wäre es brainpickings.org. Allein durch diese Seite habe ich den Zugang zu Büchern gefunden.
Maria Popova schreibt darauf kurze Essayes über ausgewählte Aspekte von Büchern, Schriftstellern und Künstlern. Manchmal wird ein komplettes Buch vorgestellt, manchmal aber auch nur ein kleiner Bestandteil, manchmal auch schlicht ein witziges Detail. Die Artikel bestehen typischerweise aus Zitaten aus den jeweiligen Quellen, ergänzt um eine paar Gedanken von Maria. Geschmückt werden sie mit passenden Grafiken, die nicht zwangsläufig aus dem gleichen Buch stammen müssen.
Der Clou sind für mich die Querverweise auf vergangene Brainpickings-Artikel, die einem jederzeit mehr Lesestoff oder schlicht thematisch ähnliche Artikel geben. Eh man sich versieht fördert man so ein Juwel nach dem Anderen hervor und lernt ganz nebenbei etwas über die Werke, Gedanken und Lebensumstände großartiger Künstler. Maria Popova bezeichnet die Seite treffend als ihr „Labour of Love“ und das sieht man an unzähligen Aspekten immer wieder durchblicken.
Ein Highlight – und ein guter Einstieg – sind die am Ende des Jahres veröffentlichten Best-of-Artikel, wie z.B.
Unter dem Name Bulletproof Coffee wurde Butterkaffee in den letzten Jahren durch die amerikanische Firma Bulletproof und ihren Gründer – und berühmten Biohacker – Dave Asprey bekannt gemacht. Das Prinzip ist, einen Kaffee durch Zugabe von Butter und Öl (insbesondere MCT-Öl) mit für den Körper nützlichen Energiequellen anzureichern. Auf diese Weise kombiniert man die aufmunternde Wirkung des Koffeins mit für das Gehirn leicht und sofort verwertbaren Energieträgern. So verspricht man sich mehr Konzentrationsfähigkeit und Durchhaltevermögen für geistige Tätigkeiten.
Den vielen Versprechungen und vermeintlichen Alleinstellungsmerkmalen der Produkte der Marke Bulletproof begegne ich eher skeptisch. Doch die Ernährungseffekte des Grundrezepts – das Asprey in Anlehnung an Buttertee aus Tibet kreierte – sind für mich logisch und schlüssig. Das Getränk lässt sich zudem bequem mit Standardprodukten aus dem Supermarkt herstellen.
Mein Rezept für Bulletproof Coffee
Kaffee aus möglichst hochwertigen Bohnen (ohne Schadstoffbelastung)
ein Stück Weidebutter (z.B. Kerrygold) – ich nehme eine 0,5cm- bis 1cm-Scheibe von einem typischen Stück Butter
ein halber Teelöffel Kokosfett
ein drittel Teelöffel rotes Palmöl
Ich gehe dabei folgendermaßen vor: Mit meiner Impress brühe ich einen Kaffee aus qualitativ hochwertigen Bohnen. Diesen fülle ich in einen Glasbehälter für meinen Mixer um. Dazu gebe ich jetzt die Butter und die Öle, mixe es für ca. 10 Sekunden durch und fülle es dann in eine Tasse. Das Ergebnis ist der Butterkaffee mit seiner typischen Schaumschicht.
Kombination mit Intermittent Fasting
Bulletproof Coffee trinke ich persönlich ausschließlich morgens an Tagen, an denen ich auf Frühstück verzichte (Intermittent Fasting). Beim Fasten wünsche ich mir, dass der Körper möglichst schnell auf Fettverbrennung umstellt und es ergibt für mich Sinn, dafür Energie in Form von Fett zu sich zu nehmen. Die belebende Wirkung von Kaffee ist ebenfalls an solchen Tagen hilfreich und gewünscht.
Wenn man ausversehen in einer App einen Text oder ein Element, z.B. eine Email, gelöscht oder falsch verschoben hat, sieht es oft so aus, als könne man es nicht mehr ungeschehen machen. Doch viele Apps nutzen eine wenig dokumentierte Rückgängig-Funktion von Apple.
Durch schütteln des iPhones oder iPads wird in vielen Apps ein Dialog aufgerufen, der anbietet den letzten Schritt rückgängig zu machen.
Und es gibt noch eine zweite Möglichkeit, die bei Texteingaben in vielen Apps funktioniert.
Auf der Querformat-Tastatur, die in vielen Apps durch Schrägstellen des Telefon aktiviert wird, ist ab dem iPhone 6 unten links ein Rückgängig-Knopf sichtbar.
Auf diese Weise lassen sich Texteingaben auch in mehreren Schritten Rückgängig machen. Obwohl dies anscheinend eine Standardfunktion von iOS ist, wird sie nicht in allen Apps durch Schaltflächen verfügbar gemacht.
Man neigt dazu, die sich bietenden Pausen mit dem Griff zum Smartphone zu überbrücken. Den Reflex habe ich auch. Doch mittlerweile achte ich darauf, in kleinen Pausen, bewusst das Handy in der Tasche zu lassen, die Umgebung zu beobachten, in Gedanken zu versinken, mal durchzuatmen. Die Überlegungen dabei sind Folgende:
Dank Smartphone gibt es keine Langeweile mehr. Allzeit bereit warten endlose Möglichkeiten sich abzulenken. In Restaurants beobachtete ich immer das gleiche Schauspiel. Er oder sie entschuldigen sich für den Gang zur Toilette und wie im Reflex zückt der Partner das Smartphone und fängt an, sich zu beschäftigen. Was geht dann in den Köpfen vor? „Habe ich was verpasst? Wer hat mir geschrieben? Wem kann ich noch schnell schreiben.“ Man beginnt eine Konversation. Oder schnell noch die Nachrichten lesen?
Im Artikel How Technology Hijacks People’s Minds spricht der Autor von RIsiken und Nebenwirkungen der Smartphone-Nutzung, unter anderem „Turn yourself into a slot machine.“ Jeder Griff zum Handy kommt einer neuen Runde Glücksspiel gleich für Updates, Messages, News, Likes. Bei vielen Apps hat inzwischen sogar die typische Handbewegung für einarmige Banditen Einzug gehalten: einmal runter wischen und das Rad dreht sich. Es erscheint mir nicht abwegig, dass dieses allzeit verfügbare Spiel Suchtpotential hat.1
Wenn der Partner zurückkommt, schwingt auch ein kleines Gefühl der Enttäuschung mit. „Ich lese nur noch schnell den Artikel zu Ende“. Freude klingt anders. Man hinterlässt digitale, offene Enden. Wo war man noch gleich? Worüber hatte man gerade noch gesprochen? Eine Pause war das nicht. Eher eine Art Zeitmaschine von eben ins Jetzt. Das Gehirn voll mit den Ergebnissen des Glücksspiels. Wenn man Pech hat, ist die Stimmung jetzt schlechter, weil man etwas unangenehmes gelesen hat. Vielleicht sogar die E-Mail vom Chef? Die nächsten To-dos?
Es gilt als unhöflich, das Smartphone in Gegenwart von Mitmenschen zu benutzen. Es vermittelt Desinteresse, Ablenkung, Oberflächlichkeit. Hat man sich selbst gegenüber nicht eine ähnliche Verantwortung? Ich probiere es aus und lasse das Telefon bei kleinen Pausen in der Tasche.
Im Artikel wird noch mal passend darauf hingewiesen: „Slot machines make more money in the United States than baseball, movies, and theme parks combined.“ Das Potential ist da. ↩
Ähnlich wie den Zusatz This or Something Better hat sich für mich folgender Gedankenzusatz als überraschend wirksam erwiesen:
When suffering no matter what degree of pain, when almost the entire soul is inwardly crying “Make it stop, I can bear no more,” a part of the soul, even though it be an infinitesimally small part, should say: “I consent that this should continue throughout the whole of time, if the divine wisdom so ordains.”
Simone Weil (via Brainpickings)
Wenn ich in letzter Zeit einer unangenehmen Situation oder sogar physischem Schmerz ausgesetzt bin, sage ich seitdem zu mir selbst „Es ist OK, falls dieser Zustand anhalten wird, eventuell sogar mein ganzes Leben lang, wenn das Schicksal es so will.“ Es ist für mich noch immer faszinierend, dass ein großer Teil des Schmerzes in dem Moment schlagartig wegfällt. Der Ärger, die Wut über das was da gerade schmerzt und der Drang es zu vermeiden. Ich bin oftmals überrascht, wie wenig Unbehagen dann noch übrig bleibt.
Ich kann es immer wieder gut mit einer kalten Dusche nachstellen. Natürlich führt das kalte Wasser im ersten Moment zu spürbarem Unbehagen und trotz Übung kommt intuitiv eine Art Abwehrhaltung. Wenn ich nun innerlich umschalte und mir sage: „ich werde jetzt unter dieser Dusche stehen bleiben, so lange es eben dauert“, ändert sich tatsächlich spürbar etwas. Statt Auswege zu suchen, konfrontiere ich die Situation und werde ruhiger. Ein Großteil des Unbehagens fällt weg. Es ist schwer in Worte zu fassen aber ich kann es als Technik für den Umgang mit Schmerzen aufrichtig weiterempfehlen.
Ich habe die erfreuliche Feststellung gemacht, dass man sich von Newslettern und Werbung sowohl elektronisch als auch in Papierform mittlerweile einfach und wirksam abmelden kann. Dabei habe ich in letzter Zeit keinen Fall mehr erlebt, wo der Bitte „abbestellen“ oder „unsubscribe“ nicht umgehend Folge geleistet wurde. Ich kenne sogar jemanden, der in einem kleinen Büro, in dem viel gewerbliche Werbung per Post eintraf, Stück für Stück auf jeden Brief mit einer Abbestellbitte reagierte. Inzwischen tendiert dort das Werbeaufkommen gen Null.
Die hohe Erfolgsquote liegt meines Erachtens daran, dass die Kosten für Newsletterbetreiber und Werbeversender einer solchen Bitte nicht nachzukommen inzwischen zu hoch sind. In vielen Ländern sind Gesetze gegen ungewünschte Zusendung von Werbung erlassen worden und engagierte Empfänger können sich wirksam wehren. Gleichzeitig passt es zum Zeitgeist seriöser Unternehmen, den Wunsch von Kunden und Interessenten ernst zu nehmen.
Auf elektronischem Wege ist es für große E-Mail-Dienste wie Gmail oder GMX sehr leicht, unerwünschte Werbung von Nutzern signalisiert zu bekommen und die Nachricht auf einen Schlag auch bei allen anderen Nutzern in den SPAM-Ordner zu bewegen. Zusätzlich werden solche Versender in der Regel technisch vom Versand weiterer Nachrichten blockiert. Das führt dazu, dass der Großteil der Adressen der Newsletter-Betreiber unbrauchbar werden würde. Sie tun also gut daran, den Wunsch der Empfänger ernst zu nehmen.
So liegt es tatsächlich endlich wieder im eigenen Ermessen, sowohl den elektronischen als auch den physischen Posteingang sauber und frei von Ablenkung zu halten. Noch ein Tipp für Werbung per Post: in einer Antwort eines Katalogversenders wurde ich auf die DDV-Robinsonliste hingewiesen, in die man sich eintragen kann, wenn man keine Initiativwerbung erhalten möchte. Es gibt also Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen.
Anderen Menschen die eigenen Gedanken zu vermitteln ist nicht leicht, erst recht wenn es sich um Handlungsempfehlungen in kontroversen und komplizierten Situation handelt. Ein nützliches Prinzip, dass mir aus meiner Zeit als Unternehmensberater in Erinnerung geblieben ist, ist das Pyramid Principle von Barbara Minto:
Gemäß Pyramid Principle, kommuniziert man die Kernaussage zuerst und liefert erst anschließen, Ebene für Ebene, die untermauernden Argumente dafür nach.
Der übliche und intuitive Weg ein Lösung aufzuzeigen, ist mit dem Problem einzuleiten, dann Argumente zuliefern und am Ende, als eine Art Aha-Moment, die Lösung zu präsentieren. Dies ist aus verschiedenen Gründen nicht optimal. Die Aufmerksamkeit der Empfänger einer Nachricht zu behalten ist schwer, erst recht wenn sie mit Dingen konfrontiert werden, die sie schon wissen. Das ist oftmals bei einleitenden Argumenten für einen Lösungsvorschlag der Fall. Zudem ist nicht sicher, ob die Argumente richtig verstanden und in Zusammenhang mit der Lösung gebracht werden, da die Lösung noch nicht präsentiert wurde.
Mit dem Ergebnis – der Spitze der Pyramide – zu starten, wirft automatisch Fragen bei den Empfängern auf und erzeugt dadurch nützliche Aufmerksamkeit. Die nachfolgenden Argumente können genutzt werden, die Kernaussage zu erklären. Auf diese Weise fällt es den Empfängern leichter, den Zusammenhang zwischen Argumenten und Kernaussage nachzuvollziehen, da das Ergebnis bekannt ist.
Das Konzept hat noch ein paar Feinheiten und wie üblich für eine erfolgreiche Idee, wurde es zu einer komplexen Methodologie ausgebaut. Mir persönlich reicht jedoch das Bild der Pyramide als Erinnerung, mit der Spitze (dem Lösungsvorschlag) zu beginnen und dann Stück für Stück, Ebene für Ebene, die Details nachzuliefern.
Im ersten Moment mag man den Kopf schütteln und es als typischen Armeespruch abtun, aber es ist mir tatsächlich als Weisheit in Erinnerung geblieben.
It is counter-intuitive: The more disciplined you are, the more freedom you actually have. You and I both know, if you wake up early, you get more done and you end up with more free time. So the more disciplined you are with your time management, the more free time you end up having. The more disciplined you are physically with your diet, the more freedom you have, because you can do more stuff. You have more freedom.
Tatsächlich folgt aus Disziplin und Routine fast immer Erfahrung, Stabilität und Übersicht. Fast jeder erstrebenswerte Zustand, kann in erster Linie durch Disziplin erreicht werden. Aus solchen Zuständen ist man in der Lage, Entscheidungen zu treffen und auch Veränderungen herbeizuführen. Mangel an Disziplin fördert – nicht immer aber oftmals – Unsicherheit, Fehler und unvorhersehbare Zustände, die weitere Schritte diktieren und Freiheitsgerade abbauen.
Am Beispiel der Gesundheit kann man sehen, dass undisziplinierte Ernährung, z.B. viel Zucker, Fast Food und Alkohol, zwar zunächst augenscheinlich Freiheit ausdrücken, aber sehr schnell in Leistungseinbrüche, Krankheiten oder Abhängigkeiten übergehen können. Es bleibt das Gegenteil von Freiheit, nämlich Einschränkungen und Umstände, die nur mit viel Arbeit zu überwinden sind.
Seit Jahren bin ich auf der Suche nach einer besseren Möglichkeit, Texte auf dem Telefon einzugeben. Obwohl ich mittlerweile das größte iPhone nutze, das iPhone 6S Plus, ist das Tippen von Texten auf der kleinen Telefontastatur viel zäher als am Laptop. Bluetooth-Tastaturen sind zwar eine Verbesserung, doch habe ich sie selten dabei.
Neulich habe ich durch Zufall die Querformattastatur, die durch Drehen des Bildschirms aktiviert wird, nähere Beachtung geschenkt. Sie unterscheidet sich erheblich von der normalen Hochformattastatur. Die zusätzliche Breite wird durch größere Buchstaben-Tasten und nützliche Knöpfe an der linken und rechten Seite genutzt. Es finden sich dort Pfeiltasten, um den Cursor nach links und rechts zu bewegen, Tasten für Copy-Paste, sowie einige Satzzeichen wie Punkt und Komma. Die Umstellung der Tastatur-Sprachen ist durch eine breite Taste und eine extra Emoji-Taste erheblich leichter. Sogar eine Taste für die Rückgängig-Funktion ist vorhanden.
Querformattastatur-Layout auf iPhone 6S Plus
Zu meinem Erstaunen, fühlt es sich angenehm an, das Telefon im Querformat in den Händen zu halten und mit den Daumen zu tippen. Durch die gute Texterkennung des iPhones treffe ich die Buchstaben erstaunlich oft. Die Wortvorschläge oberhalb der Tastatur erweisen sich ebenfalls als nützlich. Ich vermute, dass ich mit etwas Übung bald ähnlich schnell Texte eingeben kann, wie mit dem Zehn-Finger-System auf einer Computertastatur. Schon jetzt schreibe ich die meisten Blogartikel komplett auf dem iPhone. Das erste Mal seit ich elektronische Geräte nutze, kann ich so Texte auf dem Rücken liegend eintippen – wahnsinnig gemütlich!
Ein Feature das iPhone 6S ist der berührungsempfindliche Bildschirm, genannt Force Touch. Lange Zeit habe ich ignoriert das man damit auf einfache Art und Weise in Texten navigieren kann. Drückt man kräftig mit dem Daumen auf die Tastatur, verwandelt sie sich in ein Touchpad. Man kann dann einen Cursor verschieben, wie man es vom Computer kennt. Drückt man erneut kräftig wird das aktuelle Wort markiert. Verschiebt man dabei den Cursor markiert man ganze Textpassagen. Auf diese Weise navigiert man erstaunlich schnell durch seine Texte, kann Dinge ergänzen, ersetzen oder Fehler korrigieren.
Die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben, Texte auf dem Smartphone schnell und bequem einzugeben, sind enorm. Schon jetzt sind fast alle Anwendungen auf dem Smartphone verfügbar. Die Eingabe von Texten war bisher der limitierende Faktor. Kurze Texte tippe ich zwar noch immer mit einem Finger aber sobald es, z.B. eine Antwort in WhatsApp, etwas länger wird, drehe ich von nun an den Bildschirm und tippe im Querformat weiter.
Zum Antrainieren neuer Gewohnheiten ist die Auswahl geeigneter Ziele essentiell. Anders als man vermuten möchte, nutzt ein unverschämt kleines Ziel oftmals mehr, als ein scheinbar realistisches oder gar optimistisches Ziel. Ein gutes Beispiel dafür, war mein Vorhaben, täglich Zahnseide zu benutzen. Mir war lange schon bewusst, dass Zahnseide eine äußerst wirksame Ergänzung der Zahnhygiene ist. Jeden Tag putze ich natürlich die Zähne, aber ich konnte mich nicht aufraffen, anschließend noch Zahnseide zu verwenden. Die Hürde war so groß, dass ich es stets aufschob.
Das änderte sich, als ich bei zen habits den Artikel The Tiny Guide to Creating the Flossing Habit las. Der wichtigste Punkt darin war für mich „Floss just one tooth“. Ich verpflichtete mich zu einer (!) Zahnlücke als Tagesziel, mehr nicht. Alles darüber hinaus war freiwillig. Und tatsächlich, schon nach kurzer Zeit putzte ich mehr und mehr, und habe seitdem jeden Tag Zahnseide verwendet. Mittlerweile denke ich noch nicht mal mehr drüber nach und empfinde es auch nicht als Last. Es ist eine Angewohnheit geworden und läuft automatisch ab.
Das Erfolgsrezept lässt sich erklären. Wie schwer es fällt, etwas zu tun, hängt in erheblichem Maße von den zum Entscheidungszeitpunkt herrschenden Umständen ab. Liege ich auf der Couch und denke darüber nach Joggen zu gehen, ist die Hürde groß und die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ich das Ziel sausen lasse. Das „unverschämt kleine Ziel“ nur die Laufschuhe anzuziehen, und vor die Tür zu gehen (und dann nach Wunsch wieder abzubrechen) wird mir weniger herausfordernd erscheinen und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass ich mich an meinen Vorsatz halte. Bin ich dann aber erstmal vor der Tür, ist die Hürde loszulaufen erheblich geringer. Ich werde wahrscheinlich eine andere Entscheidung treffen, als zu dem Moment, als ich noch auf der Couch lag.
Auf diese Weise gelingt es mir in jüngster Zeit immer wieder neue Gewohnheiten zu entwickeln, die mir – nachdem sie sich eingeprägt haben – kaum noch Willenskraft abverlangen.