iPhone Foto-Papierkorb

2016-07-05 iphone-foto-papierkorb v01

Löscht man ein Foto oder Video auf dem iPhone, so wird es für 30 Tage in dem Album Zuletzt gelöscht aufbewahrt und kann von dort wiederhergestellt werden. Diese Funktion wurde schon mit iOS 8 Ende 2014 eingeführt aber es hat bei mir eine Weile gedauert, bis ich diese Funktionalität im Hinterkopf hatte. Es funktioniert so ähnlich wie der Papierkorb für Dateien auf dem Computer, nur dass nach Ablauf der 30 Tage automatisch endgültig gelöscht wird. In dem Album wird unter jedem Foto die Anzahl verbleibender Tage bis zur endgültigen Löschung angezeigt und natürlich kann man auf Wunsch auch sofort löschen.

Diese Funktion ist nützlich, um ein aus Versehen gelöschtes Foto wiederherzustellen aber sie hat bei mir noch einen anderen Effekt, der mir den Umgang mit der Flut digitaler Bilder etwas erleichtert: das Löschen von Fotos fällt mir leichter. Oftmals schieße ich mehrere Fotos von einem Motiv, um auf Nummer sicher zu gehen. Solche Serien sammeln sich schnell an und man tut gut daran, nur das beste Motiv zu behalten und die anderen zu löschen. Vor dem Foto-Papierkorb hatte ich merklich Vorbehalte auch schlechte Fotos zu löschen, da die Entscheidung nicht mehr Rückgängig zu machen war. Mit dem Papierkorb als Sicherheitsnetz im Hinterkopf, fällt es mir leichter zu Löschen. Wenn mir das Ergebnis nicht gefällt und ich Zweifel habe, gehe ich einfach in das Album Zuletzt gelöscht und stelle das Foto wider her.

Bean-to-Bar Schokolade

2016-07-04 bean-to-bar schokolade v01

Wie bei gutem Wein und Kaffee, so gibt es auch bei Schokolade passionierte Hersteller, die vom Rösten der Kakaobohnen bis hin zur Verarbeitung zur Tafelschokolade alles unter einem Dach durchführen. Für auf diese Weise hergestellte Köstlichkeiten hat sich der Begriff Beant-to-Bar oder Artisan Chocolate etabliert. Ein solche Tafel kann schon mal 10 EUR oder mehr kosten aber wie auch in anderen Nahrungsmitteln ist der Qualitätsunterschied im Vergleich zu industriell hergestellten Varianten deutlich spürbar.

Aufmerksam wurde ich zunächst auf die Schokolade von Mast Brothers aus New York, die vor allem durch die schlicht und geschmackvoll verpackten Tafeln und die vielen Geschmacksrichtungen auffällt. Bei einem Besuch in San Francisco stieß ich auf Dandelion Chocolate und war sowohl von der Qualität als auch der Gestaltung hellauf begeistert. Gerade mal ein Jahr später fand ich den Laden auf der anderen Straßenseite wieder, stark vergrößert in einem schönen Backsteingebäude, in dem von der Röstung bis zum Ausschank von Spezialitäten in Form heißer Trinkschokolade alles unter einem Dach perfekt in Szene gesetzt wird. Wirklich beeindruckend!

Doch man muss nicht in die Ferne schweifen, denn auch in Deutschland wird hervorragende Schokolade produziert. Von Goldhelm habe ich schon berichtet. In Berlin gefällt mir Wolfarth Schokolade, die köstlichen Salzstäbchen anbieten und im Auftrag die hervorragende Sal de Ibiza Schokolade herstellt. Das Blog Chklt.net pflegt eine Bestenliste für Schokolade, durch die ich mich mal durchprobiert habe.

Bildquelle: Jacqueline Macou via Pixabay

Pixar Braintrust

2016-07-03 braintrust v01

Im Artikel Inside The Pixar Braintrust wird das Konzept eines Braintrust erläutert, dass als Erfolgsrezept der Filmschmiede Pixar gilt. Es soll dafür verantwortlich sein, das Pixar 14 Kassenschlager hinterheinander produzieren konnte. Bei den Braintrust-Meetings kommen mehrere fähige Filmemacher zusammen, um dem Regisseur ehrliches Feedback zu dem Fortschritt des Films zu geben. Die Betonung liegt auf „candid feedback“ also offenen und ehrlichen Meinungen. Die Ergebnisse des Meetings erzeugen zwar keinen formalen Handlungsdruck für den Regisseur, allerdings wird in dem Artikel hervorgehoben, wie maßgeblich sich die Filme durch die Gespräche in dieser Runde in der Regel verändert haben.

Besonders gut gefällt mir folgende Stelle, die meines Erachtens stellvertretend für alle kreativen Tätigkeiten gilt:

(…) early on, all of our movies suck. That’s a blunt assessment, I know, but I choose that phrasing because saying it in a softer way fails to convey how bad the first versions really are. I’m not trying to be modest or self-effacing. Pixar films are not good at first, and our job is to make them so—to go, as I say, ‚from suck to not-suck.‘

-Ed Catmull in Creativity, Inc.

Erst durch offenes Feedback von einem kompetenten und erfahrenen Team kann in der Regel ein außergewöhnlich hochwertiges Ergebnis erzielt werden. Ed Catmull, Autor des Buches Creativity, Inc., war mal im Podcast bei Tim Ferriss. Seine Ansichten, insbesondere seine Ansicht zu seiner persönlichen Relevanz bei der Erschaffung einer Erfolgsgeschichte wie Pixar, fand ich sehr erfrischend und tiefsinnig.

Weitere Informationen zum Braintrust-Prinzip gibt es auch in diesem Disney Institute Artikel.

Bildquelle: Buchcover Creativity, Inc

Philosophy and Riches

2016-07-02 philosophy-and-riches v01

The acquisition of riches has been for many men, not an end, but a change, of troubles.
— Epicurus

Der Stoiker und Philosoph Seneca schreibt in einem seinem Brief an Lucilius mit dem Titel on Philosophy and Riches über die Kehrseite von Reichtum. Dabei spricht er aus Erfahrung, denn er war zu seinen Lebzeiten ein erfolgreicher Geschäftsmann, Berater des Kaisers und einer der reichsten Männer in Rom. Er empfiehlt Lucilius nicht nach Reichtum, sondern nach Wissen und Bildung zu streben.

(…) strive toward a sound mind at top speed and with your whole strength

Dabei adressiert er sofort den typischen Einwand, man müsse zuerst nach finanzieller Absicherung streben, um danach in Ruhe und ohne Sorge die Zeit für Wissen und Weisheit investieren zu können. Es sei sogar eine weit bessere Voraussetzung in Bescheidenheit und weitgehend in Ruhe zu Lernen, anstatt umgeben von Verpflichtungen und Ablenkung den richtigen Zeitpunkt zum Kürzer treten bemessen zu müssen.

Doubtless, your object, what you wish to attain by such postponement of your studies, is that poverty may not have to be feared by you.
But what if it is something to be desired? (…)
If you wish to have leisure for your mind, either be a poor man, or resemble a poor man. Study cannot be helpful unless you take pains to live simply; and living simply is voluntary poverty. (…)

Seneca erinnert daran, dass es sehr relativ ist, wie man sein Wohlstand bemisst. Aber ein gesunder Minimalismus sei relativ gleichbleibend über alle Zeiten und Zivilisationen hinweg.

Change the age in which you live, and you have too much. But in every age, what is enough remains the same.

Besonders in Erinnerung ist mir der Hinweis geblieben, dass auch Reichtum seine Schattenseiten hat und es in der Regel einzig der Mensch selbst ist, der entweder in der Lage ist mit vielfältigen Situationen glücklich zu sein oder eher das Schlechte zu sehen. Immer wieder beobachte ich erfolgreiche und wohlhabende Menschen, die ganz und gar nicht glücklich erscheinen. Seneca findet dafür sehr gute Worte:

For the fault is not in the wealth, but in the mind itself. That which had made poverty a burden to us, has made riches also a burden. Just as it matters little whether you lay a sick man on a wooden or on a golden bed, for whithersoever he be moved he will carry his malady with him; so one need not care whether the diseased mind is bestowed upon riches or upon poverty. His malady goes with the man.

Bildquelle: Wikipedia

Passwort-Sicherheit

2016-07-01 passwort-sicherheit v01

Fast jeder lebt heutzutage mit der Herausforderung, eine Vielzahl von Zugangsdaten verwalten zu müssen. Für alle Dienste ein unterschiedliches Passwort im Kopf zu behalten, ist praktisch unmöglich. Stets die gleichen- oder leicht zu erratende Passwörter für jeden Dienst zu verwenden ist ebenfalls keine gute Lösung, da Benutzerdaten ein begehrtes digitales Diebesgut sind, mit dem auch tatsächlich Schaden angerichtet werden kann.1 Man muss es meines Erachtens nicht übertreiben mit der Passwortsicherheit aber eine gewisse Grundabsicherung und Verantwortung im Umgang damit, sollte in unserer digitalen Welt zum Allgemeinwissen gehören.

Folgende Techniken helfen mir dabei einen Kompromiss aus Sicherheit und Praktikabilität zu wahren:

  1. Man merkt sich eine überschaubare Anzahl sicherer Passwörter für kritische Dienste (z.B. Online-Banking, Paypal, Apple, Google, Amazon). Zusätzlich sollte man sie an einem sicheren Ort für sich und im Notfall für Angehörige verwahren. Für absolut unkritische Dienste (z.B. Online-Shops ohne hinterlegte Zahlungsdaten) kann man ruhig ein leicht zu merkendes persönliches Standardpasswort verwenden.
  2. Man nutzt einen Passwortmanager wie Lastpass oder 1Password. Dort macht man sich einmal einen Account mit einem sehr sicheren Passwort und kann dann dort beliebig viele Zugänge von mittelwichtigen oder unkritischen Diensten hinterlegen. Ein enormer Vorteil ist, dass die Passwortdaten im Browser durch ein Plugin und auf dem Smartphone durch eine App automatisch ausgefüllt werden können. Dadurch ist es möglich, unterschiedlich generierte Passwörter beliebiger Länge und Komplexität zu verwenden. Zusätzlich behält man innerhalb des Passwortmanagers die Übersicht über seine Zugänge und kann ab und zu veraltete Konten schließen.
  3. Man nutzt 2-Faktor-Authentifizierung bei wichtigen Diensten. Mit dieser Technik muss man beim ersten Login auf einem neuen Gerät zusätzlich zum Passwort einen auf dem Smartphone generierten Code eingeben. Ich kann nur empfehlen, es bei einem wichtigen Dienst mal zu probieren, um mit der Technik vertraut zu werden. Bei Apple funktioniert das ohne extra App, für alle anderen kann man die Google Authenticator App oder Authy nutzen. Da man das Handy immer dabei hat, ist das gar kein Problem.

Alle diese Schutzmechanismen lassen sich theoretisch von pfiffigen Ganoven überwinden. Die häufigste gewählte Methode ist, den Benutzer durch eine Phishing Mail zu täuschen und zur Eingabe seiner Zugangsdaten in eine gefälschte Website aufzufordern. Wenn man skeptisch ist und wenige Grundprinzipien bei der Analyse von E-Mails beachtet, kann man sich dem normalerweise entziehen. Bei aktivierter 2-Faktor-Authentifizierung, scheitert diese Betrugstechnik in der Regel.

Bildquelle: Leeroy via Life of Pix


  1. Immer wieder liest man in der Presse das Anbieter gehackt werden und die Passwortdaten der Nutzer gestohlen und im Internet zum Verkauf angeboten werden. In diesem Fall ist egal, wie kompliziert das eigene Passwort war, es ist von da an öffentlich zugänglich und kann auch zum Login bei anderen Diensten ausprobiert werden. Deshalb sollte man nie bei zwei Diensten identische Passwörter verwenden. 

Durchschnitt Deines Umfelds

2016-06-30 durchschnitt-deines-umfelds v01

You are the average of the five people you spend the most time with.
– Jim Rohn

Vom Geschäftsmann und Motivationstrainer Jim Rohn stammt das Zitat, man sei der Mittelwert der 5 Menschen mit denen man am meisten Zeit verbringt. Ich sehe diesen Satz im übertragenen Sinne immer wieder bei mir selbst aber auch anderen Menschen bestätigt. Wir sind soziale Wesen und Gemeinschaft seit Jahrtausenden gewohnt. Der Vergleich mit anderen ist ein wichtiges Kriterium für unsere Handlungen. Der Einfluss des Umfelds auf Menschen und deren persönliche Entwicklung ist daher enorm.

Alain de Botton beschreibt in seinem TED-Talk die Auswirkung anderer Menschen auf die eigene Bewertung von Erfolg. Je vertrauter uns Menschen erscheinen, desto stärker vergleichen wir uns mit ihnen und leiten daraus ab, was möglich, normal und erstrebenswert ist. Täglich tun wir wie selbstverständlich Dinge, die für unsere Vorfahren unfassbar wären. Doch vielen Menschen in Deutschland fällt es schwer sich über den hohen Lebensstandard und die vielen Errungenschaften in Bereichen wie Freiheit, Gesundheit, Bildung und Technik zu freuen. Der Vergleich mit weit entfernt lebenden Menschen fällt einfach schwerer als der mit unseren Kollegen, Freunden oder Nachbarn. Es zeigt deutlich, dass wir was uns motiviert aber auch was uns frustriert relativ zu unserem Umfeld bemessen.

Darum sollte man sein Umfeld mit Sorgfalt auswählen und den Kontakt zu solchen Menschen suchen, denen man gerne ähneln möchte. Dabei habe ich festgestellt, dass man diese Personen nicht zwangsläufig persönlich kennen muss. Es funktioniert auch, möglichst viel Zeit mit jemandem über Bücher, Interviews oder Fernsehsendungen zu verbringen. Bei mir habe ich in letzter Zeit erschreckend deutlich beobachtet, dass ich Meinungen, Techniken und Denkweisen von Leuten annehme, denen ich in den letzten Jahren über das Internet folge. Für mich ist das eine gute Nachricht, denn es zeigt wie viel Einfluss man durch seine eigenen Entscheidungen auf seine persönliche Entwicklung ausüben kann.

Bildquelle: Mariya Georgieva via Unsplash

Meditation

2016-06-29 meditation v01

Der Begriff Meditation ist mit vielen Vorurteilen verbunden. Auch ich hätte ihn bis vor wenigen Jahren mit Spiritualität, Aberglaube und gar Übersinnlichkeit in Verbindung gebracht. Doch als viele erfolgreiche Gäste im Podcast von Tim Ferriss, von Hollywood-Stars, über Musiker bis hin zu Investoren, über ihren Meditationstechniken sprachen, wurde ich neugierig und habe es ausprobiert. Ich würde Meditation als eine Art Workout für den Kopf beschreiben. Das Ziel ist, den kontinuierlichen und schwer kontrollierbaren Strom von Gedanken – die Buddhisten nennen das treffend „Monkey Mind“ – zu unterbrechen. Eine klassische Metapher für diesen Effekt ist ein mit Wasser und Sand gefülltes Glas. Solange man es umrührt oder schüttelt und alles in Bewegung ist, erscheint der Inhalt trübe und alles schwimmt wild durcheinander. Gelingt es aber über längere Zeit neue Impulse zu vermeiden, singt der Sand langsam zu Boden und das Wasser wird klar. Es ist dieser geordnete, ungetrübte Bewusstseinszustand, den man durch Meditation erreichen möchte. Wie in diesem TED-Talk von Matthieu Ricard sympathisch erklärt gibt es inzwischen viele wissenschaftliche Studien darüber, dass sich durch Meditation trainierte Gehirne von untrainierten Gehirnen unterscheiden.

Als Ausgangspunkt dient meistens die eigene Atmung, da man logischerweise weiter atmen muss und gleichzeitig die rhythmische Bewegung eine willkommene Ablenkung von den eigenen Gedanken ist. Jeder der es ausprobiert wird schnell feststellen, wie unglaublich schwer es fällt, nicht durch willkürliche Gedanken oder Sinneseindrücke abgelenkt zu werden. Meist stellt man erst mit einer Verzögerung fest, dass man wieder in Gedanken ist und die letzten Sekunden oder gar Minuten abgelenkt war. Mir hat der Hinweis sehr geholfen, dass dieses Verhalten normal und nicht schlimm ist. Es geht vielmehr darum nach dem Bemerken der Ablenkung, den Gedanken fallen zu lassen und unverdrossen zu seiner Atmung zurückzukehren. Es ist wie mit Übungen im Fitnessstudio. Jede Rückkehr zur Atmung stärkt die Technik und mit der Zeit wird die eigene Leistungsfähigkeit besser werden. Es geht um das Training und nicht um die fehlerfreie Umsetzung. Solche Akzeptanz ist ebenfalls ein wichtiges Grundprinzip der Meditation.

„If you don’t have 15 minutes per day to meditate… you need 4 hours“
(Sam Harris)

Ein bewährtes Rezept ist täglich 15-20 Minuten zu meditieren. Morgens eignet sich nach meiner Erfahrung besser als abends, da man ausgeruhter ist und nicht Gefahr läuft vor lauter Ruhe und Entspannung einzuschlafen. Zudem kann man die so die Vorteile eines geordneten Gemüts mit in den Tag nehmen. Ein idealer Einstieg sind Apps wie Headspace oder Calm, die das Konzept erklären und mit Sprachausgabe durch die Übungen führen. Langfristig kann man sich ein eigenes Ritual angewöhnen oder auf Wunsch geführte Meditationen als Audiodatei, z.B. von Tara Branch oder Sam Harris, laden. Transzendental Meditation (TM) ist eine Art Markenprodukt unter den Meditationstechniken und hat sich durch eine begeisterte Anhängerschaft stark verbreitet.1 Aber auch Walking Meditation, eine Art bewusstes Spazierengehen, funktioniert und selbst regelmäßige kurze Achtsamkeits- oder Atemübungen im Alltag können als Formen der Meditation eingesetzt werden.

Bildquelle: Ashes Sitoula via Unsplash 😉


  1. Es gibt einige Stars wie Oprah Winfrey, Jerry Seinfeld oder Rick Rubin, die TM offen als ihre präferierte Meditationsform anpreisen. Das System scheint zu funktionieren und auch in sich schlüssig und nicht negativ zu sein, allerdings beinhaltet es ein paar Aspekte, die sehr rationale Menschen (inklusive mir) eher abschreckt. 

Anthony Iannarino

2016-06-28 anthony-iannarino v01

Auf der Website The Sales Blog schreibt Anthony Iannarino über den Job des Verkäufers. Der negative Unterton, der mit dem Wort „Verkaufen“ sowohl im Deutschen als auch im englischen „Sales“ mitschwingt, widerlegt er wie kein Zweiter. Es geht nicht darum jemanden etwas zu verkaufen, sondern um die Erzeugung des größtmöglichen Nutzens. Der Vertriebsmitarbeiter hat die Aufgabe solche Kunden zu identifizieren, bei denen er mit Hilfe der eigenen Produkte größtmöglichen Nutzen stiftend kann. Das Ziel ist, ein Trusted Advisor seiner Kunden zu sein. Nur so entsteht eine langfristige und für beiden Seiten erfolgreiche Geschäftsbeziehung.

Seine nützlichen Konzepte und Gedanken lassen sich auch auf andere Lebensbereiche übertragen, denn Vieles was wir tun beinhaltet wichtige Elemente des Verkaufen. Negative Einstellungen vermeiden, den Nutzen des eigenen Vorhabens hinterfragen, die Scheu verlieren sich anderen Menschen zu präsentieren, erst Wert zu erzeugen, bevor man Wert einfordert, Kompetenz und Situational Knowledge durch Erfahrung entwickeln, nicht sich selbst sondern sein Gegenüber in den Mittelpunkt stellen, sich selbst aber nicht unter Wert verkaufen, Lebenslang lernen und zeitweise auch mal Hustlen, wie er Fleiß und Engagement in wichtigen Phasen bezeichnet.

Seit Jahren habe ich seinen Newsletter abonniert. Aus seiner persönlichen Arbeitsweise habe ich dabei viel gelernt. Anthony ist ein sehr ehrgeiziger und disziplinierter Mensch, der zum Schreiben um 5:00 Uhr morgens aufsteht. Er hat eine Familie mit drei Kindern, ist Vertriebschef im Familienunternehmen, bloggt täglich auf seiner Website, betreibt ein Podcast, Tritt regelmäßig als Keynote-Speaker auf und verfolgt vielfältige Nebenprojekte. Er ist sehr vernetzt in der Sales-Branche und weist regelmäßig auf gute Fachleute hin. Für mich ist er ein gutes Beispiel dafür, wie vielfältigen Nutzen man daraus ziehen kann, wenn man hervorragenden Persönlichkeiten über die Internet-Kanäle folgt.

Bildquelle: The Sales Blog Website

Fokus auf den eigenen Einflussbereich

2016-06-27 fokus-auf-den-einflussbereich v01

Happiness and freedom begin with a clear understanding of one principle: Some things are within our control, and some things are not.
Epictetus

Eine der wichtigsten Techniken des Stoizismus ist der Fokus auf Dinge, die man kontrollieren kann und Gleichmut im Umgang mit dem, was außerhalb des eigenen Einflussbereichs liegt. Nach meiner Erfahrung, kann die Beachtung dieser Grundregel im Alltag tatsächlich einen Großteil des Ärgers und der Frustration abstellen. Negative Emotionen resultieren häufig aus Umständen, die außerhalb der eigenen Kontrolle liegen. Sei es Wut im Auto über das Verhalten anderer Autofahrer, Frustration auf der Arbeit über Entscheidungen der Chefetage oder Angst als Reaktion auf Nachrichten aus aller Welt. Im Stoizismus unterscheidet man daher zwischen Dingen, die man komplett selbst kontrollieren kann, Dingen, die man teilweise beeinflussen kann und Dinge, die man überhaupt nicht kontrollieren kann.

Komplett selbst kontrollieren kann man in erster Linie nur seine eigenen Gedanken und Handlungen. Umstände, die man teilweise kontrollieren kann, findet man beispielsweise bei der Teilnahme an Wettkämpfen.1 Einen Großteil der eigenen Leistung in einem Wettbewerb kann man tatsächlich beeinflussen, insbesondere durch Disziplin beim Training, Sorgfalt bei der Vorbereitung und die eigene Einstellung und Konzentration am Wettkampftag. Ob das jedoch ausreicht, um im Vergleich mit anderen Teilnehmern als Gewinner hervorzugehen, liegt grundsätzlich außerhalb der eigenen Kontrolle. Denn natürlich kann es sein, dass ein anderer Teilnehmer eine überlegene Leistung abliefert. Sich darüber zu ärgern, wäre unnötig und sinnlos. Deswegen macht es Sinn, seine Erfolgskriterien zu internalisieren, also nur den eigenen Kontrollbereich zu berücksichtigen. So wäre es typisch für einen Stoiker, sich trotz einer Niederlage über eine gute persönliche Leistung zu freuen.

You have power over your mind – not outside events. Realize this, and you will find strength.
Marcus Aurelius

Diese Trennung fällt natürlich nicht leicht. Es ist aber eine tolle Fähigkeit und sehr viel relevanter und nachhaltiger für ein erfülltes Leben als einzelne Erfolge. Wie so oft habe ich festgestellt, dass man diese Technik üben kann und sie mit der Zeit leichter fällt. Autofahren ist eine ideale Trainingsmöglichkeit. Oft gibt das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer oder äußere Umstände wie Stau oder fehlende Parkplätze Anlass dazu, sich zu ärgern, ohne das man den geringsten Einfluss darauf hat. Damit gelassen umzugehen und Wut und Ärger im Keim zu ersticken, ändert die Stimmung und die Qualität der Fahrt merklich.

Bildquelle: Amanda Kerr via Pexels


  1. Es wundert mich nicht, dass einige Football-Teams der NFL in letzter Zeit Techniken des Stoizismus in ihr Trainingsprogramm mit aufgenommen haben. 

CreativeLive

2016-06-26 creativelive v01

„We live in a self learning world“ ist ein Statement, das ich immer wieder in Interviews mit führenden Spezialisten, Investoren und Zukunftsforschern höre. Es sind unter anderem Online-Lernangebote wie die von CreativeLive, die hinter dieser Aussage stehen. Auf der Website finden sich Videokurse von Spezialisten, die in der Regel vor Publikum aufgezeichnet wurden. Der Clou dabei ist, dass ähnlich wie bei einem Fernsehsender die Workshops in Abständen von mehreren Monaten kostenlos als Livestream ausgestrahlt werden. So stehen sie interessierten Menschen mit flexiblem Zeitplan kostenlos zur Verfügung. Wer nicht die Zeit dafür findet, die Aufzeichnung hintereinander weg zu schauen, kann die Kurse kostenpflichtig erwerben.1 Von da an kann man sie zu beliebigen Zeitpunkten im eigenen Tempo anschauen oder als Download herunterladen.

Da die Seite von dem Fotografen Chase Jarvis ins Leben gerufen wurde, ist das Angebot für kreative Tätigkeiten wie Fotografieren und digitale Bildbearbeitung, sowie von Business-Tipps für Selbständige besonders groß aber es finden sich auch Kurse zu Gesundheit (z.B. ein Kurs von Kelly Starret), Selbstverbesserung (z.B. von Tim Ferriss) oder Travel Hacking. Das CreativeLive aus San Francisco ist, merkt man deutlich an den Spezialisten, von denen man viele Namen regelmäßig in der Startup-Szene antrifft. Das Interview von Chase Jarvis im Podcast von Tim Ferriss gibt einige Hintergründe zu CreativeLive und ein Video-Interview in umgekehrter Richtung ist ebenso sehenswert.

Ich habe jetzt schon mehrere Kurse gemacht und kann bestätigen, dass das Gefühl der Teilnahme an einer Fortbildung bzw. einem Workshop nahe kommt. Natürlich fehlt der persönliche Austausch mit den anderen Teilnehmern und die Sinneseindrücke des Besuchs eines Events aber die Wissensvermittlung selbst ist relativ gleichwertig. Von Vorteil ist, dass man die Vorträge pausieren und zurückspulen kann. Ein Nachteil oder zumindest eine Gefahr besteht darin, dass durch die fehlende Gruppenerfahrung kaum externen Druck für die Fortführung besteht und die Abbruchrate wahrscheinlich hoch ist. Der Knackpunkt ist hier, wie auch in echten Workshops, dass aufgezeigte Wissen in einer für sich geeigneten Form zu speichern (z.B. in dem man sich Notizen macht) und in der Praxis umzusetzen und immer wieder zu üben. Es ist eine tolle Fähigkeit, mit solchen Lernangeboten diszipliniert umgehen zu können und dadurch den Zugriff auf beliebiges Wissen unabhängig von Zeit und Ort zu haben. Allein schon das motiviert mich regelmäßig, mit solchen Plattformen Erfahrungen zu sammeln.

Bildquelle: Carlos Valentino vom Set einer Aufzeichnung


  1. Die Kurse werden in unregelmäßigen Absgtänden rabattiert angeboten, üblicherweise auch zum Zeitpunkt der Live-Ausstrahlung.