Experience Institute

2016-07-28 experience-institute v01

Das Experience Institute (Ei) ist eine innovative Bildungseinrichtung, die für mich stellvertretend für neue, kreative Lernangebote in unserer heutigen Informationsgesellschaft steht. Sie wurde von Victor Saad gegründet, der mit seinem Leap Year Project Aufmerksamkeit erregte. Das Experience Institute ist die Fortführung seiner Idee, praxisnah, kreativ und unabhängig von etablierten Bildungsinstituten Wissen zu vermitteln. Gelernt wird für den Beruf und das Leben gleichermaßen mit modernen Ansätzen, unter anderem Design Thinking, Storytelling und Community Building. Dazu gibt es hochwertige Kooperationspartner, wie IDEO und der d.school – Hasso Plattner Institute of Design der Stanford University und diversen „Host Companies“, die Teilnehmer als Praktikanten aufnehmen und Fallstudien anbieten.

Das Kernprogramm Leap Year Fellowships richtet sich an Studenten vor oder im Master-Studium oder Young Professionals mit dem Wunsch nach einem Karrierewechsel. Es gibt auch ein Leap Semester für College-Schüler, die sich für ihr Studium vorbilden möchten. Ich würde jedem jungen Menschen im entsprechenden Alter empfehlen, sich für solche oder ähnliche Programme zu interessieren. Sie bieten moderne Ansätze und erfrischende Denkweisen und sind in Ergänzung zu den vorhandenen Bildungssystemen eine echte Bereicherung.

Bildquelle: Experience Institute

Kindle Highlights exportieren

Einer der für mich relevantesten Vorteile davon Bücher auf einem Amazon Kindle zu lesen, ist das einfache Markieren von guten Textpassagen. Am Ende eines Buches lese ich mir die Highlights oft noch mal durch und erinnere mich erst dadurch erneut an viele gute und relevante Gedanken. Da die Amazon-Website für die Kindle-Highlights  nicht besonders gut gelungen ist, exportiere ich für jedes Buch die Markierungen in ein extra Textdatei. Dafür nutze ich das Bookmarklet Bookcision, was folgendermaßen funktioniert:

  1. Man speichert das Bookmarklet als Favorit in seinem Browser, indem man es auf die Lesezeichenleiste mit Drag-and-Drop zieht.
  2. Daraufhin logt sich auf der Kindle-Website ein und ruft das gewünschte Buch aus seiner Bibliothek auf.
  3. Nun drückt man auf das Bookmarklet in seinen Favoriten.
  4. Als Download wähle ich immer plain text.
  5. Auf dem Mac werden in Safari die Sonderzeichen nur dann richtig dargestellt, wenn ich Darstellung > Textkodierung > Unicode (UTF-8) im Safari-Menu wähle.
  6. Den Text kopiere ich mit Copy-Paste in mein Archiv (dafür nutze ich derzeit Evernote).

Auf diese Weise fällt es mir leicht, Erinnerungen an Bücher die ich vor einiger Zeit gelesen habe wieder aufzufrischen. Zusätzlich schätze ich die Möglichkeit, die Highlights in Evernote bequem durchsuchen zu können.

Akkus statt Einwegbatterien

Seit Jahren hatte ich mir vorgenommen, Zuhause alle Einwegbatterien durch Akkus zu ersetzen. Im letzten Jahr hat es endlich geklappt. Das hat den Vorteil, dass man ein Verbrauchsmittel weniger kaufen und entsorgen muss. Durch die Mehrfachnutzung, fällt die Umweltbilanz deutlich besser aus. Dabei hat man meines Erachtens kaum Nachteile. Akkubatterien halten ähnlich lange durch wie Einwegbatterien und das Tauschen und Aufladen klappt problemlos. Folgendes Vorgehen hat sich bei mir bewährt:

  1. Kauf einer ausreichenden Menge hochwertiger Akkubatterien, z.B. Sanyo Eneloop oder Amazon Basics1.
  2. Kauf eines Ladegeräts, dass man an einer geeigneten Stell im Haushalt griffbereit platziert. (Ich habe eins passend zu den Sanyo-Batterien gewählt).
  3. Eine kleine Kiste bereitstellen, in der man ausschließlich aufgeladene Akkus aufbewahrt.2

Mit dieser Ausstattung muss man sich nur noch angewöhnen, bei jedem Tausch von Batterien, die leeren Akkus sofort ins Ladegerät zu legen und nach Beendigung des Ladevorgangs in der vorgesehenen Kiste zu verstauen. Diese wenigen Handgriffe fallen nach einiger Zeit gar nicht mehr auf. Doch eine Umstellung fällt schwer: vor dem Entsorgen veralteter Technik, sollte man daran denken die guten Akkus aus dem Gerät zu nehmen.


  1. Die Amazon Basic Batterien haben fast identische Spezifikationen wie Eneloop, so dass sie als baugleich durchgehen könnten. 
  2. Zusätzlich nutze ich zur Aufbewahrung die kleinen Plastikhüllen, in die je vier Batterien als Set passen. Man erhält sie bei manchen Amazon-Händlern beim Kauf von Akkus kostenlos dazu. 

Via Negativa

In dem genialen Buch Antifragile leitet Nassim Taleb aus seinen Beobachtungen und Theorien viele praktische Grundregeln für den Alltag ab. Eine, die ich mir besonders eingeprägt habe, nennt er Via Negativa.

Via Negativa: The focus on what something is not. A recipe for what to avoid. Subtractive knowledge (you know what is wrong with more certainty than you know anything else).

Die Idee dahinter ist, dass man oftmals besser feststellen kann, was nicht zum Ziel führt oder zur Lösung beiträgt, als umgekehrt. Es ist die Grundeinstellung, Probleme nicht durch das Hinzufügen, sondern durch das Weglassen von Dingen zu lösen.

Aftershave ist für mich ein banales aber anschauliches Beispiel dafür geworden. Als Teenager habe ich gelernt, nach der Rasur Aftershave zu benutzen, um die Reizung der Haut zu beruhigen. Da ich in letzter Zeit probiere, unnötige Chemikalien auf der Haut zu vermeiden, habe ich eine Zeit lang das Aftershave weggelassen und tatsächlich keinen Unterschied bemerkt. Gleiches gilt für die Vibrationsfunktion meines modernen Nassrasierers, an die ich mich ebenfalls gewöhnt hatte, die aber dem Funktionstest ebenfalls nicht standhielt. Für mich war beides eine gute Erinnerung daran, meine Gewohnheiten und Techniken regelmäßig kritisch zu hinterfragen, und im Zweifel zeitweise wegzulassen.

In dem Buch betont Taleb immer wieder den Nutzen von althergebrachten Lösungen, die sich schon Jahrhunderte lang etabliert haben. Das kann bei der Auswahl der Streichkandidaten helfen. So halte ich es für keine gute Idee, Gemüse aus seinem Speiseplan zu streichen, Nahrungsergänzungsmittel oder Vitaminpräparate kann man meines Erachtens jedoch gerne auf den Prüfstand stellen.

Negative Visualisierung

Ähnlich wie im Buddhismus die Meditation, so gibt es im Stoizismus konkrete Techniken, um dem Ziel größtmöglicher Ruhe und Gelassenheit im Alltag möglichst nahe zu kommen. Die negative Visualisierung klingt auf den ersten Blick merkwürdig oder gar abschreckend, ist aber bei genauerer Betrachtung so einfach wie genial und tatsächlich nützlich. Man kann sie jederzeit ohne Mühe oder besondere Umstände anwenden und wird sofort glücklicher. Zudem kann sie einem dabei helfen, seine Prioritäten richtig zu setzen.

Man praktiziert negative Visualisierung, indem man sich für kurze Zeit den Verlust einer Person, eines Gegenstands oder eines Umstands vorstellt.

Was im ersten Moment nach einem echten Stimmungskiller klingt, wird dadurch ins Gegenteil verkehrt, dass man sich nach den wenigen Sekunden trauriger Vorstellung umgehend wieder an der Realität erfreuen kann. Die Technik hilft dabei solche Dinge wertzuschätzen, an die man sich gewöhnt hat. Bei Menschen ruft es in Erinnerung, dass unsere gemeinsame Zeit endlich ist und der Zeitpunkt des Endes nicht planbar ist. Tatsächlich habe ich immer wieder bemerkt, dass ich leicht andere Entscheidungen treffe, wenn ich mir über negative Visualisierung in Erinnerung gerufen habe, dass man vor Schicksalsschlägen nicht gefeit ist.

Die Technik wird im ersten Essay Twenty-First Century Stoic von William B. Irvine gut erklärt. Weitere Techniken beschreibt Irvine in seinem Buch A Guide to the Good Life: The Ancient Art of Stoic Joy.

Leave the Restaurant

If you don’t like the menu, leave the restaurant.
Chris Brogan

Dieses Zitat mag ich sehr, weil es auf viele Situationen passt und als Lösung eine selbstbewusste Handlung vorschlägt. Manchmal findet man sich in einer Umgebung wieder, wo die Umstände eng vorgegeben sind, so wie hier symbolisiert durch die Speisekarte eines Restaurants. Man hat noch nicht bestellt und eigentlich alle Freiheiten, doch man neigt dazu Kompromisse einzugehen, und etwas aus der vorhandenen Auswahl zu bestellen. Man ahnt schon, dass es einem nicht schmecken wird und zahlt am Ende doppelt, mit der Rechnung und dem schlechten Gewissen.

You get, what you tolerate.
via Tony Robins

Rechtzeitig auf sein Bauchgefühl zu hören und selbstbewusst neue Optionen zu suchen, rechtzeitig aufzustehen und das Restaurant zu verlassen, ist ein mutiger Schritt. Nicht verpönt oder verboten aber unangenehm und mit Aufwand verbunden und gegen das, was allgemein erwartet wird. Es ist manchmal der einzig richtige Schritt und doch geht man ihn viel zu selten.

Überzeugung wirkt

“If someone is successful in business, they have a certain set of beliefs about business that drive their decisions and their actions. If they’re successful in sales, they have a philosophy, a belief structure that supports that success. This is true for wealth, marriage, family, relationships, health, happiness, and every other area of life.”
– Anthony Iannarino

Es ist leicht zu vergessen, dass einer der wichtigsten Einflüsse unseres Lebens die eigene Überzeugung ist. Das was man glaubt, was „wahr“ ist, wie Dinge funktionieren, welche Beschränkungen existieren, wie schwer etwas ist, ob sich etwas lohnt, etc. Unterschiedliche Überzeugungen, besonders im Hinblick auf die eigenen Fähigkeiten, können die eigenen Erfolge maßgeblich beeinflussen.

Whether you think you can or you can’t, either way you’re right!
– Henry Ford

Jeder Mensch hat eine Meinung zu den Herausforderungen des Lebens und jeder glaubt Recht zu haben. Bestätigung dafür seine Meinung zu finden ist leicht; wenn man an die richtige Stelle guckt, wird man Gleichgesinnte finden. Dabei vergisst man, dass diese Menschen oft nur einen kleinen Aspekt der eigenen Anschauung teilen und in anderen Bereichen wieder komplett anders ticken, ja gar Dinge glauben, die man für vollkommen falsch hält. Wenn man einen Schritt zurück tritt, müsste man erkennen, dass eine eindeutige Lösung selten existiert. Je vielfältiger die Meinungen zu einem Thema sind, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass man auch selbst falsch liegt.

Die zentrale Frage sollte deshalb nicht sein, wer „Recht“ hat oder was „wahr“ ist, sondern welche Betrachtungsweise unter den gegebenen Umständen funktioniert und den größtmöglichen Nutzen stiftet. Homöopathie oder Placebos können immer wieder auch in wissenschaftlichen Studien ihre Wirksamkeit beweisen, doch ihre Funktionsweise ist kaum nachvollziehbar. „Wer heilt halt Recht“ heißt ein Sprichwort in der Medizin. Der Spruch trägt der Erkenntnis Rechnung, dass die Abläufe im Körper oftmals zu komplex sind, um sie zu verstehen. Unterm Strich nützt das, was zum gewünschten Ergebnis führt. Was man selbst für möglich hält und wie man auf die Welt blickt, hat dabei einen großen Einfluss.

Lifestyle Business

2016-07-21 lifestyle-business v01

In einem Tim Ferriss Podcast erwähnt Chris Sacca nebenbei den Begriff „Lifestyle Business„. Er bezeichnet damit Unternehmen, deren Geschäftsmodell genug Geld erwirtschaftet, um den Besitzern und Mitarbeiter ein komfortables Leben zu ermöglichen aber mehr nicht. Solche Unternehmen wachsen nicht rapide und erzielen keine 5x, 10x, 100x-fachen Wertsteigerungen für institutionelle Investoren. Er habe grundsätzlich Respekt für diese Unternehmensform, sie sei jedoch als Investitionsgelegenheiten verständlicher Weise uninteressant.

Den Begriff und vor allem diese Form der Unternehmens-Kategorisierung finde ich hochinteressant. In der Tat sind viele – wenn nicht sogar die meisten der Unternehmen, die man kennt – in der Hand von Investoren oder gar an der Börse notiert. Der Großteil der Gewinne und der Unternehmenswert als solches fließt somit zu erheblichen Teilen an externe Investoren. Das Hauptziel der Investoren ist es, diese Geldbeträge irgendwann abzuschöpfen. Die Mitarbeiter im Unternehmen werden nach unterschiedlichen Kriterien gemessen und entlohnt, allerdings werden sie grundsätzlich nie unmittelbar an der Unternehmensentwicklung und Wertsteigerung profitieren. Das ist wohlbekannt und logisch, allerdings schärft der Begriff Lifestyle Business – zusammen mit dem latent rechtfertigenden Unterton – die Sinne für diesen Aspekt des modernen Unternehmertums; vor allem dafür, wer vom Unternehmenserfolg hauptsächlich profitiert.

Wohl dem, der Anteile an einem Unternehmen hält oder gar alleiniger Gesellschafter ist. Hier fließen die Gewinne und die Wertentwicklung in die Hände derer, die das Unternehmen betreiben. Interessant ist auch, dass die Vermeidung von Investoren einen Raum schafft, in dem ein Unternehmen langfristig auch ohne erhebliches Wachstum existieren kann. Bei dieser Betrachtung sind natürlich die Vorteile von Investitionskapital (z.B. mehr Liquidität für schnelleres Wachstum, Know-How-Transfer durch zusätzliche Stakeholder, etc.) unberücksichtigt. Hier ein Artikel auf Medium In Defense of Lifestyle Businesses, der noch ein paar weiter Aspekte aufgreift (man findet dort auch eine pfiffige Geschäftsidee des Autors).

Bildquelle: Bench Accounting via Unsplash

How you do anything is how you do everything

How you do anything is how you do everything

Ich kann nicht mehr nachvollziehen, wo ich diesen Satz zuerst gehört habe. Eine sinngemäße Übersetzung ist „auf die gleiche Art und Weise wie man irgendetwas tut, tut man auch alles andere“. Den Satz habe ich schon seit Jahren im Hinterkopf und sehe ihn immer wieder bestätigt. Es fällt Menschen, mir selbst an erster Stelle, schwer eine Verhaltensweise grundlegend umzustellen, nur weil die Umstände sich ändern oder man es möchte. Man kann auf etwas besonders achten und eine Zeit lang durchhalten aber langfristig tut man egal welche Dinge so, wie es die eigenen Gewohnheiten, Überzeugungen und Fähigkeiten ergeben.

Dieses Phänomen sollte man positiv betrachten und keineswegs als starr ansehen. Möchte man sein Verhalten grundlegend ändern, ist es egal an welcher Stelle man beginnt. Wenn man auf der Arbeit den Überblick verliert, kann man damit anfangen seine privaten Angelegenheiten in Ordnung zu bringen. Wenn man seine Freizeit besser gestalten möchte, kann man sich zunächst mit Produktivitätssystemen auf der Arbeit beschäftigen. Wenn man sportlicher werden möchte, kann man Anfangen Rolltreppen zu vermeiden und stets Treppen zu laufen. Solange man konsequent bleibt, werden sich diese Methoden auf alle Bereiche seines Lebens ausdehnen.

Einfache Lösungen

2016-07-19 einfache-loesungen v01

Ich ziehe immer wieder erstaunlich gute Ideen aus dem Podcast von Tim Ferriss. In einer Episode aus dem Januar 2016 spricht er mit Kevin Rose über Strategien und Vorsätze für das Neue Jahr. An einer Stelle empfiehlt er, sich bei der Suche nach geeigneten Strategien zur Erreichung der Ziele folgende Frage zu stellen:

What would it look like, if it were easy?

Menschen neigen intuitiv dazu Lösungen dann als besonders wirksam einzuschätzen, wenn sie herausfordernd oder schwierig sind. Man übersieht gerne, dass auch einfache Lösungen wirksam oder ein Start in die richtige Richtung sein können. Tim Ferriss bezieht sich unter anderem auf eine Geschichte von Derek Sivers, die dieser auf seinem Blog unter dem passenden Titel Relax for the same result veröffentlich hat. Einfache Lösungen haben zusätzlich den Vorteil, dass man sie mit höherer Wahrscheinlichkeit durchhält und ihre Wirksamkeit dadurch vergleichbar oder sogar besser als bei anstrengenden Strategien ist. Meine Entscheidung täglich zur Arbeit zu laufen, war eine erstaunlich einfache und wirksame Lösung für meinen Wunsch nach mehr Bewegung. Es lohnt sich, zunächst aktiv nach einfachen Lösungen zu suchen.

It’s incredible how many problems you can solve by not creating problems for yourself.

Bildquelle: Aaron Burdon via Unsplash