Smartphone Pausenfüller-Falle

2016-05-26 smartphone-pausenfueller-falle v01

Man neigt dazu, die sich bietenden Pausen mit dem Griff zum Smartphone zu überbrücken. Den Reflex habe ich auch. Doch mittlerweile achte ich darauf, in kleinen Pausen, bewusst das Handy in der Tasche zu lassen, die Umgebung zu beobachten, in Gedanken zu versinken, mal durchzuatmen. Die Überlegungen dabei sind Folgende:

Dank Smartphone gibt es keine Langeweile mehr. Allzeit bereit warten endlose Möglichkeiten sich abzulenken. In Restaurants beobachtete ich immer das gleiche Schauspiel. Er oder sie entschuldigen sich für den Gang zur Toilette und wie im Reflex zückt der Partner das Smartphone und fängt an, sich zu beschäftigen. Was geht dann in den Köpfen vor? „Habe ich was verpasst? Wer hat mir geschrieben? Wem kann ich noch schnell schreiben.“ Man beginnt eine Konversation. Oder schnell noch die Nachrichten lesen?

Im Artikel How Technology Hijacks People’s Minds spricht der Autor von RIsiken und Nebenwirkungen der Smartphone-Nutzung, unter anderem „Turn yourself into a slot machine.“ Jeder Griff zum Handy kommt einer neuen Runde Glücksspiel gleich für Updates, Messages, News, Likes. Bei vielen Apps hat inzwischen sogar die typische Handbewegung für einarmige Banditen Einzug gehalten: einmal runter wischen und das Rad dreht sich. Es erscheint mir nicht abwegig, dass dieses allzeit verfügbare Spiel Suchtpotential hat.1

Wenn der Partner zurückkommt, schwingt auch ein kleines Gefühl der Enttäuschung mit. „Ich lese nur noch schnell den Artikel zu Ende“. Freude klingt anders. Man hinterlässt digitale, offene Enden. Wo war man noch gleich? Worüber hatte man gerade noch gesprochen? Eine Pause war das nicht. Eher eine Art Zeitmaschine von eben ins Jetzt. Das Gehirn voll mit den Ergebnissen des Glücksspiels. Wenn man Pech hat, ist die Stimmung jetzt schlechter, weil man etwas unangenehmes gelesen hat. Vielleicht sogar die E-Mail vom Chef? Die nächsten To-dos?

Es gilt als unhöflich, das Smartphone in Gegenwart von Mitmenschen zu benutzen. Es vermittelt Desinteresse, Ablenkung, Oberflächlichkeit. Hat man sich selbst gegenüber nicht eine ähnliche Verantwortung? Ich probiere es aus und lasse das Telefon bei kleinen Pausen in der Tasche.


  1. Im Artikel wird noch mal passend darauf hingewiesen: „Slot machines make more money in the United States than baseball, movies, and theme parks combined.“ Das Potential ist da. 

Schmerzen ertragen

2016-05-25 schmerzen-ertragen v01

Ähnlich wie den Zusatz This or Something Better hat sich für mich folgender Gedankenzusatz als überraschend wirksam erwiesen:

When suffering no matter what degree of pain, when almost the entire soul is inwardly crying “Make it stop, I can bear no more,” a part of the soul, even though it be an infinitesimally small part, should say: “I consent that this should continue throughout the whole of time, if the divine wisdom so ordains.”
Simone Weil (via Brainpickings)

Wenn ich in letzter Zeit einer unangenehmen Situation oder sogar physischem Schmerz ausgesetzt bin, sage ich seitdem zu mir selbst „Es ist OK, falls dieser Zustand anhalten wird, eventuell sogar mein ganzes Leben lang, wenn das Schicksal es so will.“ Es ist für mich noch immer faszinierend, dass ein großer Teil des Schmerzes in dem Moment schlagartig wegfällt. Der Ärger, die Wut über das was da gerade schmerzt und der Drang es zu vermeiden. Ich bin oftmals überrascht, wie wenig Unbehagen dann noch übrig bleibt.

Ich kann es immer wieder gut mit einer kalten Dusche nachstellen. Natürlich führt das kalte Wasser im ersten Moment zu spürbarem Unbehagen und trotz Übung kommt intuitiv eine Art Abwehrhaltung. Wenn ich nun innerlich umschalte und mir sage: „ich werde jetzt unter dieser Dusche stehen bleiben, so lange es eben dauert“, ändert sich tatsächlich spürbar etwas. Statt Auswege zu suchen, konfrontiere ich die Situation und werde ruhiger. Ein Großteil des Unbehagens fällt weg. Es ist schwer in Worte zu fassen aber ich kann es als Technik für den Umgang mit Schmerzen aufrichtig weiterempfehlen.

Bildquelle: Herbert Ponting via Wikipedia

Abbestellen funktioniert

2016-05-24 abbestellen-funktioniert v01

Ich habe die erfreuliche Feststellung gemacht, dass man sich von Newslettern und Werbung sowohl elektronisch als auch in Papierform mittlerweile einfach und wirksam abmelden kann. Dabei habe ich in letzter Zeit keinen Fall mehr erlebt, wo der Bitte „abbestellen“ oder „unsubscribe“ nicht umgehend Folge geleistet wurde. Ich kenne sogar jemanden, der in einem kleinen Büro, in dem viel gewerbliche Werbung per Post eintraf, Stück für Stück auf jeden Brief mit einer Abbestellbitte reagierte. Inzwischen tendiert dort das Werbeaufkommen gen Null.

Die hohe Erfolgsquote liegt meines Erachtens daran, dass die Kosten für Newsletterbetreiber und Werbeversender einer solchen Bitte nicht nachzukommen inzwischen zu hoch sind. In vielen Ländern sind Gesetze gegen ungewünschte Zusendung von Werbung erlassen worden und engagierte Empfänger können sich wirksam wehren. Gleichzeitig passt es zum Zeitgeist seriöser Unternehmen, den Wunsch von Kunden und Interessenten ernst zu nehmen.

Auf elektronischem Wege ist es für große E-Mail-Dienste wie Gmail oder GMX sehr leicht, unerwünschte Werbung von Nutzern signalisiert zu bekommen und die Nachricht auf einen Schlag auch bei allen anderen Nutzern in den SPAM-Ordner zu bewegen. Zusätzlich werden solche Versender in der Regel technisch vom Versand weiterer Nachrichten blockiert. Das führt dazu, dass der Großteil der Adressen der Newsletter-Betreiber unbrauchbar werden würde. Sie tun also gut daran, den Wunsch der Empfänger ernst zu nehmen.

So liegt es tatsächlich endlich wieder im eigenen Ermessen, sowohl den elektronischen als auch den physischen Posteingang sauber und frei von Ablenkung zu halten. Noch ein Tipp für Werbung per Post: in einer Antwort eines Katalogversenders wurde ich auf die DDV-Robinsonliste hingewiesen, in die man sich eintragen kann, wenn man keine Initiativwerbung erhalten möchte. Es gibt also Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen.

Bildquelle: Dimitris Vetsikas via Pixabay

Pyramid Principle

2016-05-23 pyramid-principle v01

Anderen Menschen die eigenen Gedanken zu vermitteln ist nicht leicht, erst recht wenn es sich um Handlungsempfehlungen in kontroversen und komplizierten Situation handelt. Ein nützliches Prinzip, dass mir aus meiner Zeit als Unternehmensberater in Erinnerung geblieben ist, ist das Pyramid Principle von Barbara Minto:

Gemäß Pyramid Principle, kommuniziert man die Kernaussage zuerst und liefert erst anschließen, Ebene für Ebene, die untermauernden Argumente dafür nach.

Der übliche und intuitive Weg ein Lösung aufzuzeigen, ist mit dem Problem einzuleiten, dann Argumente zuliefern und am Ende, als eine Art Aha-Moment, die Lösung zu präsentieren. Dies ist aus verschiedenen Gründen nicht optimal. Die Aufmerksamkeit der Empfänger einer Nachricht zu behalten ist schwer, erst recht wenn sie mit Dingen konfrontiert werden, die sie schon wissen. Das ist oftmals bei einleitenden Argumenten für einen Lösungsvorschlag der Fall. Zudem ist nicht sicher, ob die Argumente richtig verstanden und in Zusammenhang mit der Lösung gebracht werden, da die Lösung noch nicht präsentiert wurde.

Mit dem Ergebnis – der Spitze der Pyramide – zu starten, wirft automatisch Fragen bei den Empfängern auf und erzeugt dadurch nützliche Aufmerksamkeit. Die nachfolgenden Argumente können genutzt werden, die Kernaussage zu erklären. Auf diese Weise fällt es den Empfängern leichter, den Zusammenhang zwischen Argumenten und Kernaussage nachzuvollziehen, da das Ergebnis bekannt ist.

Das Konzept hat noch ein paar Feinheiten und wie üblich für eine erfolgreiche Idee, wurde es zu einer komplexen Methodologie ausgebaut. Mir persönlich reicht jedoch das Bild der Pyramide als Erinnerung, mit der Spitze (dem Lösungsvorschlag) zu beginnen und dann Stück für Stück, Ebene für Ebene, die Details nachzuliefern.

Weitere Informationen:

Bildquelle: Flickr Commons

Discipline Equals Freedom

IMG_1700.JPG

Im Podcast von Tim Ferriss wurde der vermeintlich „Scariest Navy Seal Imaginable“ Jocko Willink interviewt und erwiderte auf die Frage, welchen Satz er auf ein Billboard schreiben würde:

Discipline equals freedom.

Im ersten Moment mag man den Kopf schütteln und es als typischen Armeespruch abtun, aber es ist mir tatsächlich als Weisheit in Erinnerung geblieben.

It is counter-intuitive: The more disciplined you are, the more freedom you actually have. You and I both know, if you wake up early, you get more done and you end up with more free time. So the more disciplined you are with your time management, the more free time you end up having. The more disciplined you are physically with your diet, the more freedom you have, because you can do more stuff. You have more freedom.

(Komplette Antwort ab Zeitstempel 1:56:00)

Tatsächlich folgt aus Disziplin und Routine fast immer Erfahrung, Stabilität und Übersicht. Fast jeder erstrebenswerte Zustand, kann in erster Linie durch Disziplin erreicht werden. Aus solchen Zuständen ist man in der Lage, Entscheidungen zu treffen und auch Veränderungen herbeizuführen. Mangel an Disziplin fördert – nicht immer aber oftmals – Unsicherheit, Fehler und unvorhersehbare Zustände, die weitere Schritte diktieren und Freiheitsgerade abbauen.

Am Beispiel der Gesundheit kann man sehen, dass undisziplinierte Ernährung, z.B. viel Zucker, Fast Food und Alkohol, zwar zunächst augenscheinlich Freiheit ausdrücken, aber sehr schnell in Leistungseinbrüche, Krankheiten oder Abhängigkeiten übergehen können. Es bleibt das Gegenteil von Freiheit, nämlich Einschränkungen und Umstände, die nur mit viel Arbeit zu überwinden sind.

iPhone Querformattastatur

Seit Jahren bin ich auf der Suche nach einer besseren Möglichkeit, Texte auf dem Telefon einzugeben. Obwohl ich mittlerweile das größte iPhone nutze, das iPhone 6S Plus, ist das Tippen von Texten auf der kleinen Telefontastatur viel zäher als am Laptop. Bluetooth-Tastaturen sind zwar eine Verbesserung, doch habe ich sie selten dabei.

Neulich habe ich durch Zufall die Querformattastatur, die durch Drehen des Bildschirms aktiviert wird, nähere Beachtung geschenkt. Sie unterscheidet sich erheblich von der normalen Hochformattastatur. Die zusätzliche Breite wird durch größere Buchstaben-Tasten und nützliche Knöpfe an der linken und rechten Seite genutzt. Es finden sich dort Pfeiltasten, um den Cursor nach links und rechts zu bewegen, Tasten für Copy-Paste, sowie einige Satzzeichen wie Punkt und Komma. Die Umstellung der Tastatur-Sprachen ist durch eine breite Taste und eine extra Emoji-Taste erheblich leichter. Sogar eine Taste für die Rückgängig-Funktion ist vorhanden.

Made with This by Tinrocket
Querformattastatur-Layout auf iPhone 6S Plus

Zu meinem Erstaunen, fühlt es sich angenehm an, das Telefon im Querformat in den Händen zu halten und mit den Daumen zu tippen. Durch die gute Texterkennung des iPhones treffe ich die Buchstaben erstaunlich oft. Die Wortvorschläge oberhalb der Tastatur erweisen sich ebenfalls als nützlich. Ich vermute, dass ich mit etwas Übung bald ähnlich schnell Texte eingeben kann, wie mit dem Zehn-Finger-System auf einer Computertastatur. Schon jetzt schreibe ich die meisten Blogartikel komplett auf dem iPhone. Das erste Mal seit ich elektronische Geräte nutze, kann ich so Texte auf dem Rücken liegend eintippen – wahnsinnig gemütlich!

Ein Feature das iPhone 6S ist der berührungsempfindliche Bildschirm, genannt Force Touch. Lange Zeit habe ich ignoriert das man damit auf einfache Art und Weise in Texten navigieren kann. Drückt man kräftig mit dem Daumen auf die Tastatur, verwandelt sie sich in ein Touchpad. Man kann dann einen Cursor verschieben, wie man es vom Computer kennt. Drückt man erneut kräftig wird das aktuelle Wort markiert. Verschiebt man dabei den Cursor markiert man ganze Textpassagen. Auf diese Weise navigiert man erstaunlich schnell durch seine Texte, kann Dinge ergänzen, ersetzen oder Fehler korrigieren.

Die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben, Texte auf dem Smartphone schnell und bequem einzugeben, sind enorm. Schon jetzt sind fast alle Anwendungen auf dem Smartphone verfügbar. Die Eingabe von Texten war bisher der limitierende Faktor. Kurze Texte tippe ich zwar noch immer mit einem Finger aber sobald es, z.B. eine Antwort in WhatsApp, etwas länger wird, drehe ich von nun an den Bildschirm und tippe im Querformat weiter.

Unverschämt kleine Ziele

2016-05-20 unverschaemt-kleine-ziele v01

Zum Antrainieren neuer Gewohnheiten ist die Auswahl geeigneter Ziele essentiell. Anders als man vermuten möchte, nutzt ein unverschämt kleines Ziel oftmals mehr, als ein scheinbar realistisches oder gar optimistisches Ziel. Ein gutes Beispiel dafür, war mein Vorhaben, täglich Zahnseide zu benutzen. Mir war lange schon bewusst, dass Zahnseide eine äußerst wirksame Ergänzung der Zahnhygiene ist. Jeden Tag putze ich natürlich die Zähne, aber ich konnte mich nicht aufraffen, anschließend noch Zahnseide zu verwenden. Die Hürde war so groß, dass ich es stets aufschob.

Das änderte sich, als ich bei zen habits den Artikel The Tiny Guide to Creating the Flossing Habit las. Der wichtigste Punkt darin war für mich „Floss just one tooth“. Ich verpflichtete mich zu einer (!) Zahnlücke als Tagesziel, mehr nicht. Alles darüber hinaus war freiwillig. Und tatsächlich, schon nach kurzer Zeit putzte ich mehr und mehr, und habe seitdem jeden Tag Zahnseide verwendet. Mittlerweile denke ich noch nicht mal mehr drüber nach und empfinde es auch nicht als Last. Es ist eine Angewohnheit geworden und läuft automatisch ab.

Das Erfolgsrezept lässt sich erklären. Wie schwer es fällt, etwas zu tun, hängt in erheblichem Maße von den zum Entscheidungszeitpunkt herrschenden Umständen ab. Liege ich auf der Couch und denke darüber nach Joggen zu gehen, ist die Hürde groß und die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ich das Ziel sausen lasse. Das „unverschämt kleine Ziel“ nur die Laufschuhe anzuziehen, und vor die Tür zu gehen (und dann nach Wunsch wieder abzubrechen) wird mir weniger herausfordernd erscheinen und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass ich mich an meinen Vorsatz halte. Bin ich dann aber erstmal vor der Tür, ist die Hürde loszulaufen erheblich geringer. Ich werde wahrscheinlich eine andere Entscheidung treffen, als zu dem Moment, als ich noch auf der Couch lag.

Auf diese Weise gelingt es mir in jüngster Zeit immer wieder neue Gewohnheiten zu entwickeln, die mir – nachdem sie sich eingeprägt haben – kaum noch Willenskraft abverlangen.

Zur Arbeit laufen

2016-05-19 zur-arbeit-laufen v01

Seit über einem Jahr laufe ich jeden morgen zur Arbeit und abends wieder zurück. Meine Lebensqualität hat sich dadurch massiv verbessert.

Es ist Zeit für Bewegung. Mittlerweile bin ich überzeugt, dass Laufen einer der natürlichste Zustände für Menschen ist – um Längen besser als sitzen. Viele Zivilisationskrankheiten werden durch Bewegungsmangel hervorgerufen. Pro Strecke laufe ich 30 Minuten. Diese zwei Bewegungseinheiten tragen meines Erachtens massiv zu meinem guten Gesundheitszustand und körperlicher Fitness bei. Und auch Kalorien werden verbrannt. Ich halte es für keinen Zufall, dass ich mittlerweile viel und gerne esse aber kein Gramm zunehme.

Es ist Zeit in der Natur, in der man Licht, Wind und Wetter spüren kann. Im Laufe des Jahres erlebt man die Jahreszeiten. Den Unterschied zwischen dunklen, kalten Wintermorgen mit frischem Schnee und hellem, mildem Frühlingsmorgen mit lautem Vogelgezwitscher. Ich habe mir einen wasserdichten Rucksack und Regenkleidung gekauft, aber musste diese im ganzen Jahr nur 5-10 mal benutzen. Mir war nicht bewusst, wie gut das Wetter in Berlin ist. Aber selbst Regentage haben ihren Charme, wenn man sich gut gelaunt und heldenhaft durch die Tropfen bewegt.

Schließlich ist es Zeit zum Zuhören und Nachdenken. Regelmäßig höre ich auf dem Weg Podcasts und Hörbücher oder denke über aktuelle Themen nach und bleibe immer wieder stehen, um mir Notizen zu machen. Selbst zügig durch die Gegend zu laufen lenkt kaum ab, ich kann viel besser über Dinge nachdenken als im Auto. Irgendwo habe ich gelesen, dass die abwechselnden Schrittbewegungen linke und rechte Gehirnhälfte massieren und das Denken fördern. Ich würde das nicht ausschließen. Viele berühmte Menschen betonen die Wichtigkeit von Spaziergängen für Ihre Arbeit.

Zum Laufen angeregt wurde ich einerseits durch den Artikel Thoreau on the Art of Walking auf Brainpickings, aber auch durch die Initiative von Volker Weber, einem Blogger, dem ich seit über 10 Jahren folge und der das Laufen für sich entdeckte.1 Ich bin sehr dankbar für diese Anregung und würde keinesfalls mehr darauf verzichten wollen.


  1. Grandios fand ich seine Bezeichnung des morgendlichen Spaziergangs als „zur Arbeit laufen“. Er arbeitet von Zuhause 😉 

Platz für Erinnerungen

Wenn ich eine leckere Schokolade, guten Kaffee, Tee oder besondere Leckereien entdecke, schneide ich einen Teil der Verpackung aus und befestige ihn an einer Magnetwand in der Küche. Langsam aber stetig haben sich dort viele schöne Erinnerungen angesammelt.

2016-05-18 erinnerungen-an-der-wand bunt

Der Platz an der Tafel ist begrenzt und wenn ich etwas Neues befestige, muss ich fast immer etwas Anderes dafür entfernen. Das ist in Ordnung, denn das Ziel ist nicht alles aufzubewahren, sondern eine kleine lebendige Sammlung von besonderen Erinnerungen zu pflegen. Es bereitet mir immer wieder Freude, kurz an der Tafel zu verharren und in die Vergangenheit einzutauchen.

Schlafphasenwecker

2016-05-17 schlafphasenwecker v01

Seit ungefähr fünf Jahren nutze ich zum morgendlichen Wecken einen Schlafphasenwecker. Das Prinzip funktioniert folgendermaßen: wenn ich als Weckzeit 6:00 Uhr einstelle, beginnt der Wecker ab 5:45 Uhr auf Bewegungen von mir zu achten. Sobald ich mich rege – ein Zeichen dafür, dass ich mich in einer leichten Schlafphase befinde – gibt er das Wecksignal. Spätestens um 6:00 Uhr würde er unabhängig davon klingeln.

Der Moment des Aufwachens fühlt sich dadurch nicht wie ein Herausreißen aus dem Schlaf an, sondern eher wie ein Klopfen auf die Schulter, wenn ich mich gerade noch mal umdrehen möchte. Das bedeutet nicht, dass ich in diesem Moment hellwach bin oder gerne aufstehe, aber es ist ein deutlich sanfterer Start in den Tag als ein erbarmungsloses Weckerklingeln.

Ich nutze ein inzwischen veraltetes Modell von Sleeptracker. Man trägt es wie eine Armbanduhr nachts um das Handgelenk, was mich persönlich trotz der etwas klobigen Form nicht stört. Die Nutzung der Weckfunktion per Vibrationsalarm am Handgelenk hat zudem den Vorteil, dass man sich lautlos, unabhängig vom Partner wecken lassen kann. Mehr und mehr Wearables integrieren heutzutage einen Schlafphasenwecker und es gibt auch Apps, mit denen man die Methode testen kann.