1-Prozent-Regel

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Ein besonders guter Artikel von James Clear ist für mich This Coach Improved Every Tiny Thing by 1 Percent and Here’s What Happened. Ich habe es mir als die 1-Prozent-Regel gemerkt. Es geht dabei um die Methode des Coaches David Brailsford, der die englische Mannschaft Team Sky im Jahr 2010 für die Tour de France trainierte.

Brailsford believed in a concept that he referred to as the “aggregation of marginal gains.” He explained it as “the 1 percent margin for improvement in everything you do.” His belief was that if you improved every area related to cycling by just 1 percent, then those small gains would add up to remarkable improvement.

Er begann damit jeden Aspekt zu verbessern, der Auswirkungen auf die Leistung der Fahrer haben könnte. Zunächst offensichtliche Dinge wie Ernährung, das Trainingsprogramm oder das Material der Fahrer. Doch er kümmerte sich auch um scheinbar unwichtige Bereiche, z.B. auf welchen Kissen die Teammitglieder besonders erholsam schlafen konnten oder die Art und Weise wie man sich die Hände richtig wäscht, um Infektionen zu vermeiden. Jede Verbesserung trug dazu bei, dass vergangene Leistungssteigerungen noch besser wirken konnten. Die Technik ging auf und nach wenigen Jahren gewann das Team die Tour de France. Das Beispiel soll veranschaulichen, wie scheinbar kleine Verbesserungen, die das Gesamtergebnis für sich genommen nur um 1% verbessern, in großen Anzahl angewandt zu erheblichen Steigerungen führen. Es ist das gleiche Prinzip wie beim Zinseszins, wo sich Gewinne mit der Zeit ansammeln und verstärken.

In the beginning, there is basically no difference between making a choice that is 1 percent better or 1 percent worse. (…) But as time goes on, these small improvements or declines compound and you suddenly find a very big gap between people who make slightly better decisions on a daily basis and those who don’t.

Auf die gleiche Weise können sich viele kleine, negative Entscheidungen, zum Beispiel bei der Ernährung oder dem Umgang mit Geld, gegenseitig verstärken und im Laufe der Zeit erheblichen Schaden anrichten. Jede Aktion für sich genommen erscheint nicht dramatisch aber miteinander multipliziert können die Auswirkungen massiv sein. Es lohnt sich dieses Prinzip im Hinterkopf zu behalten, wenn man vor Entscheidungen über Kleinigkeiten steht. Vielleicht liegt genau hier manchmal der Schlüssel zum Erfolg oder die Erklärung für scheinbar unerklärliche Probleme.

Success is a few simple disciplines, practiced every day; while failure is simply a few errors in judgment, repeated every day. —Jim Rohn

Bildquelle: Wayne Bishop via Unsplash

Badezimmer-Workout

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Ich glaube, für mich die effizienteste Methode gefunden zu haben, um langfristig körperlich fit und sportlich zu bleiben: täglich drei verschiedene Kräftigungsübungen im Badezimmer. Was auf den ersten Blick fast lächerlich wenig klingt, ist unglaublich effektiv und aus verschiedensten Betrachtungsweisen genial. Ich bin überzeugt, dass jeder, der dieses System ernsthaft ausprobiert, damit massiven Erfolg haben kann.

Der Körper ist eine effiziente Maschine und erhält nur so viele Muskeln wie gebraucht werden. Wird ein Muskel nicht verwendet, schrumpft er. Erschöpft man einen Muskel, indem man eine Sportübung ausführt, bis man nicht mehr kann, wird er wachsen. So einfach ist das. Der häufigste Grund dafür keine Erfolg im Sport zu haben ist, dass man aufhört hinzugehen. Schon sehr wenig aber regelmäßiger Sport reicht aus, um erhebliche Erfolge erzielen. Es ist wie beim Zinseszins, dass sich kleine Verbesserungen im Laufe der Zeit vervielfachen. Es gibt Sportübungen, die sich über Jahre bewährt haben und große Bereiche des Körpers gleichzeitig kräftigen, z.B. Liegestütze und Kniebeugen.

Mein Badezimmer-Workout besteht daraus, täglich1 morgens im Badezimmer einen Satz Kniebeugen, einen Satz Liegestütze und eine wechselnde dritte Übung bis zur Erschöpfung auszuführen.

Der Zeitpunkt morgens im Badezimmer ist deswegen ideal, weil man garantiert jeden Morgen dort startet, fast alle Schritte automatisch und unterbewusst ausführt, die perfekte Sportkleidung trägt (nämlich gar nichts) und sogar die Pausen sinnvoll nutzen kann, mit Duschen, Zähneputzen und Rasieren. Nach nur wenigen Tagen der Überwindung und der Gefahr des Vergessens hat man den Punkt überschritten und die Bewegungen laufen fast automatisch ab. Dadurch, dass man nur einen Satz pro Übung macht, ist es nicht quälend und man kommt auch nicht wirklich ins Schwitzen. Es macht Spaß zu sehen, wie man langsam aber stetig mehr Wiederholungen schafft. Dabei ist es überhaupt kein Problem, mit einfachen Übungen zu beginnen und sich langsam zu steigern. Nach einer langen Sportpause habe ich damals mit Liegestützen in schräger Form gegen die Wachmaschine oder Badewanne angefangen und Tag für Tag intensiviert.

Einen Punkt kann ich gar nicht genug betonen: auch wenn diese Maßnahme klein und unbedeutend klingt, kann sie eine Kettenreaktion zu einem gesünderen und fiteren Leben einleiten. Die Erfolge, die man mit dem Badezimmer-Workout hat, motivieren dazu, sich auch in anderen Bereichen mehr zu bewegen, mehr auf die Ernährung zu achten und sich rundum sportlicher und wohler zu fühlen. Ich kann mir persönlich nicht vorstellen, dass jemand der es ein Jahr lang macht, sich selbst noch in irgendeiner Form als unsportlich ansehen wird. Es ist weder schwer, noch zeitintensiv und für Menschen in jedem Alter gleichermaßen geeignet. Die morgendliche Bewegung trägt dazu bei, dass man wach wird und morgens besser in den Tag startet. Seitdem gehe ich nicht mehr ins Fitnessstudio und mache parallel dazu immer mal wieder andere Sportprogramme mit. Man kann immer mehr machen, aber als Grundlage ist der Return-on-Investment des Badezimmer-Workouts genial.

Bildquelle: Dan Watson via Unsplash


  1. Derzeit meine ich damit jeden Werktag und bin etwas flexibel an Wochenenden ;) 

Mein iPhone suchen

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Es kann jedem passieren, dass er sein iPhone verlegt oder verliert. Volker Weber hat kürzlich in einem Blogeintrag seine Erfahrungen geschildert. Statt zu suchen, ist es heutzutage möglich dank GPS-Chip und Internetverbindung sein Smartphone eigenständig zu orten. Es muss nur darauf vorbereitet sein.

Die Grundvorraussetzung ist die Aktivierung der Funktion Einstellungen > iCloud > Mein iPhone suchen

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Standardmäßig ist diese Funktion eingeschaltet. Sie hat zwei Vorteile:

  1. Man selbst kann den Aufenthaltsort seines Telefons über das Internet bestimmen, indem man die Internetseite www.icloud.com von einem beliebigen Gerät aufruft oder die Mein iPhone Suchen App auf einem Apple-Gerät startet.
  2. Wenn jemand das iPhone findet oder gar stiehlt, kann er das Telefon nur durch Eingabe des Apple-ID-Passworts auf Werkseinstellungen zurücksetzen. Damit wird ein gefundenes iPhone ohne Besitzer für normale Menschen1 quasi wertlos.

Zur Abfrage des Standorts benötigt man seine Apple-ID und das Passwort, die gleichen Zugangsdaten die man auch zum Kauf einer App, Musik oder der Installation einer Softwareaktualisierung von Apple verwendet. 2 Man sieht dann die Position seines Telefons auf einer Karte. Auf Wunsch kann man das Telefon in einen „Verloren“-Modus setzen und für den Finder eine Nachricht auf dem Display einblenden sowie den Anruf einer Telefonnummer ermöglichen. Auch die komplette Löschung des Telefons aus der Ferne ist möglich. Weitere Informationen findet man direkt bei Apple.

Es lohnt sich, die Funktionsweise hinter der Ortung zu verstehen. Das iPhone sendet bei aktivierter iPhone-Suche nicht immer seinen Standort an iCloud. Das würde unnötig viel Strom verbrauchen und Datenschützer verärgern. Stattdessen hält sich das iPhone bereit eine Standortanfrage, die man über iCloud nach Eingabe seiner Zugangsdaten verschickt, ungefragt zu beantworten. Wenn man sein iPhone an einem Ort ohne Netzempfang, z.B. in einer Tiefgarage, verliert, wird die Ortung daher scheitern. Auch wenn das iPhone keinen Strom mehr hat, können Anfragen nicht mehr beantwortet werden. Für diesen Fall hat Apple die Funktion Einstellungen > iCloud > Mein iPhone suchen > Letzten Standort senden eingeführt, wodurch bei niedrigem Energiestand die letzte Position versendet und auf iCloud gespeichert wird.

Bildquelle: Luke Chesser via Unsplash


  1. Zwar habe ich noch keine Hinweise gelesen, dass dieser Schutz geknackt werden kann, ich gehe aber davon aus, dass Mitglieder organisierter Kriminalität oder IT-Sicherheitsexperten Mittel und Wege haben, solche iPhones freizuschalten. Für normalen Diebstahl ist das iPhone aber dadurch uninteressant geworden. 
  2. Weber weißt zurecht in seinem Artikel darauf hin, dass etwas dazwischen kommen kann. Da Apple Wert auf Sicherheit legt, kann es sein dass man aufgefordert wird zusätzlich zu seinem Passwort noch eine Sicherheitsfrage zu beantworten. Als doppelten Boden kann man die App iPhone suchen auf einem anderen seiner iOS-Geräte (z.B. einem iPad) installieren. Oder man stellt sicher, dass man seine Sicherheitsfragen auch unterwegs beantworten kann. 

Entwicklung künstlicher Intelligenz

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Auf dem Blog Wait But Why, von dem auch der hervorragende Artikel The Tail End stammt, wurde Anfang 2015 der Beitrag The AI Revolution veröffentlicht und hat meine Wahrnehmung des Themas künstliche Intelligenz stark beeinflusst. So halte ich es für möglich, dass die Singularity – also der Zeitpunkt, ab dem Maschinen in der Lage sind sich mit künstlicher Intelligenz und weitgehend autonom selbst weiterentwickeln – in den nächsten 20-30 Jahren bereits erreicht seien könnte. Was danach passiert ist ungewiss und AI-Fachleute beschreiben von Lösung aller vorstellbaren Probleme bis hin zum Ende der Menschheit eine große Bandbreite an Möglichkeiten. Nick Bostom, einer der führenden AI-Spezialisten, beschreibt die Herausforderung dabei sehr gut in seinem TED-Talk zu dem Thema.

Jeder bekommt mit, wie sich Technik in den letzten Jahren rasend schnell weiterentwickelt. Das von Peter Diamandis oft zitierte exponentielle Wachstum beschreibt, dass technischer Fortschritt nicht jedes Jahr um einen feste Größe steigt, sondern sich vervielfacht. Wie schnell das im Laufe der Zeit gewaltige Wachstumsraten annimmt, kennt man von der Weizenkornlegende. Das technologischer Fortschritt tatsächlich exponentiell wächst, spürt man im Alltag an der Leistungssteigerung von Computern, dem Wachstum von Speicherkapazität und der Entwicklung des Funktionsumfangs von Smartphones und Apps. Durch immer bessere Vernetzung von Experten für Kommunikation und Wissensaustausch sehe ich kein Ende für diese rasante Entwicklung in Sicht.

We use AI all the time in our daily lives, but we often don’t realize it’s AI. John McCarthy, who coined the term “Artificial Intelligence” in 1956, complained that “as soon as it works, no one calls it AI anymore.”

Wenn ein Computer Zugriff auf passende Sensoren und Programmierung hat, kann er Dinge ausführen die wir als intelligent beschreiben. So sind Computer die besten Schachspieler, schlagen Produkte vor, übersetzen Sprache in Text und in Fremdsprachen, fahren Autos, durchsuchen ungeheuer große Datenbestände rasend schnell. An jedem dieser Beispiele sieht man ebenfalls, wie vielfach überlegen ein Computer dem Menschen innerhalb von Spezialgebieten ist. Der Schritt zu einer vernetzten und schließlich umfassenden Intelligenz ist absehbar und logisch. Bei gleichbleibender Wachstumsrate wird dafür schon in wenigen Jahren genügend Rechenkapazität zur Verfügung stehen und schon jetzt gibt es dazu passende Modelle für Computerprogrammierung, genannt neuronale Netzwerke, die sich eigenständig weiterentwickeln können. Und von da an wird alles sehr schnell gehen:

It takes decades for the first AI system to reach low-level general intelligence, but it finally happens. A computer is able to understand the world around it as well as a human four-year-old. Suddenly, within an hour of hitting that milestone, the system pumps out the grand theory of physics that unifies general relativity and quantum mechanics, something no human has been able to definitively do. 90 minutes after that, the AI has become an ASI, 170,000 times more intelligent than a human.

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Ich kannte mich in den 90er Jahren schon gut mit Computern aus und hätte es für technisch unmöglich, ja gar absurd gehalten, dass wir heutzutage solch unglaubliche Datenmengen drahtlos auf unsere Smartphones übertragen können. Der Artikel ist eine gute Erinnerung daran, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis weitere technische Hürden genommen werden und das unmöglich erscheinende passiert. Ich bin daher sehr gespannt, was die nächsten Jahre im Bereich künstliche Intelligenz bringen werden. Es lohnt sich, dieses Thema im Auge zu behalten.

Bildquelle: John Hain via Pixabay

Verlag Hermann Schmidt

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Bücher vom Verlag Hermann Schmidt sind etwas Besonderes. Hält man Eins in den Händen, spürt man sofort, dass darin besonders viel Kreativität, Design und Liebe steckt. Liebe zum Detail, Liebe zur Qualität, zum Material und zum Medium Buch. Ein Themenschwerpunkt ist Typographie und der Beruf des Designers, aber es finden sich auch Bücher zum Thema Leben und Unternehmertum im Sortiment.

Auf Die Kunst ein kreatives Leben zu führen wurde ich als erstes aufmerksam, und es hat mich rundum begeistert. Darin finden sich grundlegende Weisheiten und Anregungen dazu, wie man als kreativ tätiger Mensch ein erfülltes Leben führen kann. Als nächstes entdeckte ich Von Marken und Menschen, dass ich zur Pflichtlektüre eines jeden Unternehmers vorschlagen würde. Es beschreibt auf bestechend klare und kompetente Art, was die Aufgaben von Gesellschaftern, Managern und Mitarbeitern einer Firma sind und wie sie ihre Gedanken und Tätigkeiten leiten müssten. Das fördert nicht nur Verständnis auf allen Seiten, sondern hilft auch beim Aufbau einer erfolgreichen und nachhaltigen Firmenstruktur und -kultur. Auch für mich persönlich hat das verblüffende Erkenntnisse hervorgebracht. Wer in der Kreativbranche tätig ist hat Glück, dass er noch viele weitere Leckerbissen im Sortiment des Verlag Hermann Schmidt finden kann.

Es ist immer wieder schön über solche Firmen zu stolpern, in denen Menschen erkennbar mit Passion und Moral arbeiten. Das dabei hervorragende Produkte herauskommen, wundert mich nicht.

Kelly Starret

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Es ist kein schönes Gefühl dargelegt zu bekommen, dass man sich über Jahrzehnte lang falsch, ja geradezu grob fahrlässig, bewegt hat. Zwar gehört es zum Allgemeinwissen, dass viel Sitzen und wenig Bewegung ungesund sind aber was nun genau Geradesitzen und gute Haltung bedeuten und wie man sich artgerecht bewegt, war zumindest für mich unklar. Dabei ist es logisch und nachvollziehbar, dass Muskeln und Gelenke gewissen Grundprinzipien folgen. Ob die Knie beim in die Hocke gehen leicht nach innen oder leicht nach außen zeigen, macht einen enormen Unterschied. Welche Haltung ist richtig?

Kelly Starret ist in der Fitness- und Cross Fit-Szene zu einem Vorzeigespezialisten für Flexibilität, gute Haltung und Bewegung geworden. Man sieht ihm die Kompetenz an, da er selbst als erkennbarer Kraftsportler über außergewöhnlich gute Flexibilität verfügt. Er coached viele Topathleten, hat eigene Cross Fit-Studios und mehrere Bücher und Online-Kurse aufgelegt. Dabei betont er immer wieder, dass optimale Bewegungsabläufe nicht nur bei Leistungsportlern essentiell sind. Dort mag korrekte Technik über Zehntelsekunden oder Maximalgewicht entscheiden, bei normalen Menschen entscheidet korrekte Bewegung, ab welchem Alter man Gelenkprobleme und Rückenschmerzen bekommt. Kelly legt auf schlüssige Art und Weise dar, warum man sich heutzutage mit Bürojobs, Autofahren und Smartphones, intuitiv falsch bewegt und wie man diese schädliche Bewegungsmuster durch die Beachtung einer Handvoll Grundregeln vermeiden oder abmildern kann.

Getting organized ist eine seiner Techniken, in wenigen, klaren Schritten eine stabile und verschleissarme Haltung anzunehmen. Das Gegenteil davon betitelt er anschaulich als hanging on the meat, also sich in die Sehnen und Muskeln seines Körpers reinhängen. Genau dieses Verhalten, was auch für mich lange Zeit typisch war, fördert falsche Haltungs- und Bewegungsmuster und führt langfristig zu Verletzungen. Auch wie man einen Squat (Kniebeuge) korrekt ausführt, gehört zu seinen Spezialitäten. Diese Bewegung ist nicht nur für Gewichtheber essentiell ist, sondern wird im Alltag hunderte Mal von jedem Menschen als in die Knie gehen ausgeführt. Gerade älteren Menschen macht das oft große Schwierigkeiten, was nicht sein müsste. Der Körper ist dazu im Stande bei artgerechter Nutzung ca. 100 Jahre alle essentiellen Bewegungen flüssig und problemlos durchzuführen. Bewegungsmuster mit hohem Verschleiß der Gelenke verkürzen die Zeitspanne ohne Probleme jedoch massiv.

Als Einstieg kann man sich diverse Videos von ihm auf Youtube ansehen oder seine Kursseite mobility|wod studieren. Um die Details zu lernen, kann ich seinen Kurs auf Creative Live empfehlen. In ihm werden über 10 Stunden verschiedenste Aspekte detailliert beleuchtet. Sein erfolgreiches Standardbuch ist Werde ein geschmeidiger Leopard, dass allerdings eher als Nachschlagewerk gedacht ist.

Bildquelle: Reebok Youtube Video

Paper & Tea

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Auf Paper & Tea wurde ich im Gestalten Space im Bikini Berlin aufmerksam, als mir dort ein ungewöhnlicher Pu Er Tee serviert wurde. Das hübsche Design der Verpackungen zieht sich markant durch alle Bereiche und fällt ebenfalls auf. Da es sich um eine Berliner Firma mit Ladengeschäft handelt, setzte ich mir einen Stern in Google Maps und nahm mir vor bei Gelegenheit vorbeizuschauen. Kürzlich stand ich durch Zufall vor dem Concept Store in der Bleibtreustraße, trat ein und war sofort begeistert.

YOU DRINK COFFEE
I DRINK TEA
MY DEAR.
(Motto von Paper & Tea)

Paper & Tea nimmt Teekultur ernst und das spürt man überall. Zum Beispiel bei der geschmackvollen Einrichtung mit dem kleinen Zeremonie-Tisch zum Verkosten. Unter hervorragend kompetenter Beratung werden bei ein paar Schälchen Tee diverse Fragen beantwortet. Die Auswahl an hochwertigen Teesorten ist groß aber glücklicherweise nicht zu groß. Mein persönlicher Test, die Frage nach einnem Früchtetee ohne Zusatz von Armastoffen, wurde souverän bestanden. Es macht Spaß durch das Sortiment zu stöbern und eine neue Sorte mit nach Hause zu nehmen. Ich bin überzeugt, dass bei der Auswahl der Plantagen eine gute Wahl getroffen wird.

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P & T Concept-Store in der Bleibtreustr. 4 in Berlin

Auch das Sortiment an Zubehör ist angenehm dimensioniert. Ich habe ein pfiffiges, zeitloses Teegefäß1 erworben und die besonderen, handgefertigten Teetassen bestaunt, die auch gut und gerne in Preisregionen über 100 EUR ragen können. Es gibt auch einen Online-Shop und Handelspartner, wo man die P&T Tees erwerben kann, zudem werden Teeseminare in Berlin angeboten. Ich werde gerne wieder vorbeischauen und freue mich über eine so – im wahrsten Sinne des Wortes – geschmackvolle Bezugsquelle für Tee in der Stadt.

Bildquelle: The Merchant & Co. (Titel), Paper & Tea (Store)


  1. Diese Teekanne hatte ich schon bei Tim Ferriss im Einsatz gesehen und war tatsächlich auf der Suche nach dem Modell. 

Stoizismus

ROMAN ART

Als Lebensphilosophie gibt Stoizismus (oder auch Stoa) Antworten auf die Frage, wie man ein gutes Leben führen kann. Anders als die Verwendung des Wortes stoisch im Sprachgebrauch vermuten lässt, geht es dabei nicht um den Verzicht auf Emotionen, sondern um das Erreichen von innerer Ruhe und Gelassenheit; dem Mittelweg, weder Wohlstand und Freude zu verteufeln aber auch nicht darauf angewiesen zu sein. Das oberste Ziel dabei ist Tranquility – also Ruhe und Gelassenheit – im Alltag zu erreichen. Es wird als weit wichtiger angesehen als typische, oberflächliche Ziele wie Reichtum, Erfolg und Schönheit. Berühmte Vertreter des Stoizismus, wie Seneca oder Mark Aurel, gehörten zeitweise zu den wohlhabendsten und mächtigsten Bürgern der römischen Gesellschaft, praktizierten jedoch regelmäßig ein Leben in Bescheidenheit und Demut und feiten sich so davor, von materiellen Dingen abhängig zu sein.

Stoizismus zu praktizieren bedeutete konkret, Quellen von Störungen der Tranquility zu finden und zu vermeiden. Durch Achtsamkeit und den geschickten Umgang mit negativen Einflüssen kann man dadurch den Alltag mehr genießen und sich weniger sorgen oder ärgern. Dazu werden konkrete Techniken empfohlen, die auf nachvollziehbare Weise den Blick auf das Wesentliche richten. Zum Beispiel der strikte Fokus auf Dinge, die man selbst kontrollieren kann. So liegt es zum Beispiel im eigenen Einflussbereich, ob man bei einem Wettbewerb seinen bestmöglichen Einsatz zeigt – ob das ausreicht, dass man gewinnt, liegt jedoch außerhalb der eigenen Kontrolle, da es von der Form der anderen Teilnehmer abhängt. Auch Fatalismus gegenüber der Vergangenheit, also die Akzeptanz von Geschehnissen die man nicht mehr verändern kann, gehört zu den wichtigen stoischen Weisheiten.

Ein sehr guter erster Einblick in die Stoik wird in drei Artikeln (Teil 2 und Teil 3) gegeben, die vom Autor des Buches A Guide to the Good Life: The Ancient Art of Stoic Joy von William Irvine geschrieben wurden. Auch das Buch ist sehr lesenswert und hat mich von der Nützlichkeit und Relevanz der stoischen Lebensphilosophie überzeugt. Ein weiteres Standardwerk ist das Buch Selbstbetrachtungen von von Mark Aurel, ein Tagebuch das er in seiner Zeit als römischer Kaiser verfasst hat. Es steckt voller praktischer Weisheiten für den Umgang mit alltäglichen Problemen aus dem Blickwinkel eines praktizierende Stoikers.

Bildquelle: Jim Beckel, The Oklahoman

Smoothie-Mixer

2016-06-17 smoothie-mixer v01

Der Mixer für Smoothies ist ein Gerät was bei mir inzwischen fast jeden Tag im Einsatz ist. Obwohl große Standmixer, wie der Vitamix, zu einer Art Standard für Smoothie-Zubereitung geworden sind, hat sich bei mir ein kleineres Gerät durchgesetzt. Der Personal Blender von Keimling verrichtet nun schon seit vielen Jahren seinen Dienst hier. Zwar fehlt mir der Vergleich, ob das Gerät in Leistung und Verarbeitung mit anderern Geräten mithalten kann, die kompakte Bauform kann ich allerdings nach wie vor reinen Herzens empfehlen.

Man bereitet die Zutaten direkt in dem abnehmbaren Behälter vor, den man danach zum Mixen auf das Gerät aufschraubt. Die Menge, die in diese verhältnismäßig kleinen Behälter passt ist nach meiner Erfahrung für eine Portion Smoothie ideal. Dadurch kann man die Menge der Zutaten sehr gut einschätzen. Zur Reinigung muss nur der Mahlaufsatz und der Behälter unter fließend Wasser abgespült werden. Besitzt man mehr als einen Behälter, hat man den Vorteil, dass man mehrere Portionen je nach Vorliebe mit unterschiedlichen Zutaten zubereiten kann ohne dazwischen den Behälter reinigen zu müssen. Für den Personal Blender gibt es einen Behälter aus Glas, den ich für die Zubereitung des heißen Bulletproof Coffees verwende.

Design Thinking

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Der Begriff Design Thinking läuft mir schon seit längerer Zeit über den Weg, zuletzt auf der Seite des Experience Institutes, der Bildungseinrichtung, die aus Victor Saad’s Leap Year Project hervorgegangen ist. Das Experience Institute arbeitet unter anderem mit der amerikanischen Firma IDEO unter der Standford d.school zusammen, zwei Namen die ebenfalls eng mit Design Thinking verknüpft sind. Bei genauerer Betrachtung stellte sich heraus, dass die d.school eine Einrichtung des Hasso Plattner Instituts ist und ihren Hauptsitz in Potsdam hat. So war ein Open House Day dort eine gute Gelegenheit für mich, mehr über das Thema Design Thinking zu erfahren.

“Design thinking is a human-centered approach to innovation that draws from the designer’s toolkit to integrate the needs of people, the possibilities of technology, and the requirements for business success.” —Tim Brown, president and CEO IDEO

An dieser Definition von Design Thinking kann man schon erkennen, dass es sich um einen recht lose definierten Begriff handelt. Ich würde es so beschreiben: Design Thinking ist eine von Designern inspirierte Methode, um Ideen zu generieren und Probleme zu lösen. Man setzt dabei auf Zyklen von Ideenfindung, Prototyping und Feedback-Sammeln (Fail Fast/Iterate). Schwerpunkte liegen auf Arbeit im Team, kreativen Brainstorming- und Prototyping-Techniken und engen Zeitvorgaben für die unterschiedlichen Phasen. Die User Experience steht im Mittelpunkt der Betrachtung, fast alles ist erlaubt, stets wird das große Ganze betrachtet und die Fragestellung kritisch hinterfragt und feinjustiert.

Nachdem ich an einer typischen Beispielübung teilgenommen haben, kann ich bestätigen dass Design Thinking beeindruckt und Spaß macht. Tatsächlich werden eine Vielzahl von Ideen generiert, wobei die Machbarkeit und die Lösung des Kernproblems stets im Fokus bleibt. Die Methode passt zu Millenials und Startup-Kultur. So bin ich zuversichtlich, dass diese Methode in den nächsten Jahren noch viel Fahrt gewinnen wird und es nicht schaden kann, Design Thinking z.B. im Studium oder für Fortbildungen im Hinterkopf zu behalten. Weitere Informationen zu der Umsetzung in der Praxis kann man unter anderem der Seite www.whatisdesignthinking.org entnehmen.

Bildquelle: Design Thinking for Educators